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Parapsychologie
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Animismus

Das Wort ist eine von dem englischen Völkerkundler E. B. Taylor (1832-1917) eingeführte Bezeichnung für die Vorstellung, alle Dinge seien beseelt, aus der sich, nach Taylor, Religion entwickelt hat.

Manche Autoren sahen im Animismus nicht die älteste Religionsform (hier wird Religion mit Welt-Vorstellung verwechselt!) und vermuten eine ältere, präanimistische Stufe, auf die auch Material der jungschen Tiefenpsychologie verweisen soll.

In der Religionswissenschaft ist es aber generell umstritten, ob die religiöse Entwicklung der Menschheit sich überhaupt stufenweise zum Gottes- oder Götterglauben vollzog.

In der Psychologie bezeichnet Animismus die Hypothese, somatischen Vorgängen liefen entsprechende psychische parallel.

In der Parapsychologie kennzeichnet Animismus die Grundannahme, Ursache des paranormalen Geschehens seien lebendige Wesen. In dieser Bedeutung wurde Animismus durch Aksakow in die Parapsychologie eingeführt, um eine dem Spiritismus entgegengesetzte........

 

Nach Aksakow beschreibt Animismus unbewusste psychische Phänomene, welche sich ausserhalb der Grenzen der körperlichen Sphäre des Mediums erzeugen ... die Elemente der Persönlichkeit überschreiten die Grenzen des Körpers und manifestieren sich in der Ferne nicht allein durch psychische, sondern auch physische und sogar plastische Wirkungen bis zur vollen Entäusserung oder Objektivierung - wodurch bewiesen wird, dass ein psychisches Element nicht bloss ein einfaches Bewusstseinsphänomen, sondern auch ein substantielles Kraftzentrum sein kann, welches denkt und organisiert - . . . Sonach werden wir in den animistischen Phänomenen Manifestationen der Seele als einer substantiellen Wesenheit vor uns haben ... 

 

Der Spiritismus lehrt das Hereinragen einer Geisterwelt in unsere Sphäre, der Animismus will die Untersuchungen auf die Erforschung unserer Natur beschränken.

Wissenschaftstheoretisch ist die spiritistische Hypothese weder beweisbar noch widerlegbar, der Animismus hingegen ordnet sich unserem Wissenschaftsbegriff ein.

Vielen erscheint die spiritistische Erklärung - meist in der Form, der Geist eines Verstorbenen bewirke das Phänomen - jedoch leichter annehmbar als die animistische.

Tatsächlich müssen im konkreten Fall zur Verteidigung des Animismus oft recht gewagte Konstruktionen herhalten, andererseits bleibt die spiritistische Möglichkeit in der Sphäre des Glaubens und damit ausserhalb der Wissenschaft.

Dass Medien oft gläubige Spiritisten sind, ist kein Argument für den Spiritismus.

Wann immer ein Medium angeblich Mitteilungen eines Verstorbenen über dessen (frühere) persönliche Lebensumstände macht, sind diese nur verwertbar, wenn sie sich durch Dokumente oder Zeugenaussagen bestätigen lassen, das aber bedeutet, die Informationen können auch hellseherisch oder telepathisch erworben sein.

Theoretisch macht es keinen Unterschied, ob hier eine oder Dutzende von Quellen angezapft werden müssen.

In der Praxis fällt es manchen Forschern schwer, sich vorzustellen, dass wegen scheinbar unbedeutenden Kleinigkeiten so viele (lebende) Menschen konsultiert werden sollen, sie neigen gefühlsmässig eher der spiritistischen Erklärung zu. Das gilt vor allem für William James und in geringerem Umfang auch für Driesch.

Manchmal erscheint ein Fall, der ursprünglich wie ein Indiz für den Spiritismus aussah, plötzlich in ganz anderem Licht:

In zwei Sitzungen Soals mit dem spiritistischen Medium Blanche Cooper im Jahr 1922 meldete sich Gordon Davis, ein Klassenkamerad Soals, den Soal nach Berichten von Dritten im Ersten Weltkrieg gefallen wähnte.

Der Geist Davis' sprach von gemeinsamen Erinnerungen, aber auch von Sachverhalten, die Soal unbekannt waren, die sich aber 1925 verifizieren liessen, als Soal den fälschlich Totgeglaubten wiedersah.

Man muss deuten, dass das Medium in telepathischen Kontakt zu Soal und Davis trat, aufgrund seines spiritistischen Glaubens aber die paranormal empfangenen Informationen durch den Geist des Verstorbenen artikulierte.

Nach Du Perl (1950) besteht kein Unterschied zwischen den Fähigkeiten Lebender und Verstorbener, weil der Mensch nicht als irdisches Wesen magisch wirkt, sondern durch den Astralleib, so dass also der Agent in beiden Fällen der gleiche ist.

Hier wird die eine Schwierigkeit durch eine andere ersetzt: Das Überleben eines hypothetischen Astralleibs wirft die gleichen wissenschaftstheoretischen Probleme auf wie die spiritistische Hypothese.

In bezug auf den Mesmerismus kennzeichnet Animismus die Position jener Magnetiseure, die die Erscheinungen nicht durch das Vorhandensein magnetischer Kräfte erklärten, sondern ein psychisches Einwirken des Magnetiseurs auf die Versuchsperson annahmen.

 

 

 

 

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