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Parapsychologie
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Alchemie, auch Alchimie, Alchymie 

Eine naturwissenschaftlich-philosophische Disziplin des Mittelalters, die auf arabische und ältere ägyptische Quellen zurückgeht und deren Anfänge in der sozialen Sonderstellung der Schmiede, wie sie etwa die Völkerkunde beschreibt, zu sehen sind.

Die Alchimie bildet den Vorläufer der wissenschaftlichen Chemie.

Mittelpunkt der Lehre war, dass die irdischen Dinge Mischungen darstellen, weshalb die Umwandlung aller Stoffe ineinander möglich sein müsse. Hilfsmittel dazu waren der Alkahest und der Stein der Weisen, höchstes Ziel die Überführung niederer Elemente in Gold.

Begreiflicherweise gab es Scharlatane und Betrüger unter den Alchimisten, die mit dem Versprechen, Gold gewinnen zu können, Gutgläubige prellten.

Die eigentlichen Alchimisten aber waren überzeugt von Sinn und Wert ihres Tuns.

Soweit von geglückten Transmutationen berichtet wird, ist ernsthaft zu überlegen, ob eine parachemische Verwandlung angenommen werden darf.

 

Die Sprache der Alchimie ist doppeldeutig:

Der Stein der Weisen (das Lebenselixier, die universale Medizin gegen alle Leiden und der Garant der Unsterblichkeit) wird in paradoxen Begriffspaaren beschrieben. Er ist ein Stein und er ist kein Stein, er ist unbekannt und jeder kennt ihn, usw.

Die dunkle Sprache soll vielleicht den Uneingeweihten abschrecken, sicherlich ist sie aber auch Ausdruck verbal kaum mitteilbarer Erfahrungen.

Die Mysterienreligionen, griechische Naturphilosophie, Neuplatonismus, Gnostizismus, Astrologie, Kabbala und Christentum: sie alle haben zum Lehrgebäude der Alchimie beigetragen. Entsprechend vielfältig und verwirrend ist ihre Sprache und sind ihre Symbole.

Eine eindeutige Interpretation dieser Begriffswelt verbietet die Natur der Sache.

Die Heilige Hochzeit (hieros gamos) z. B. ist keineswegs bloss ein anderes Wort oder die Umschreibung für die Transmutation, sondern zugleich die Begegnung der Geschlechter, die Komplementarität von Feuer und Wasser, die Versöhnung mit Gott, die Eucharistie, das Zu-sich-selber-Finden und anderes mehr. - selbstverständlich in unterschiedlicher Akzentuierung bei den verschiedenen Richtungen der Alchimie.

Eine frühe sinnbildliche Interpretation der Alchimie hat die englische Autorin Mary Anne Atwood (1813 bis 1910) in ihrem Buch A Suggestive Enquiry into the Hermetic Mystery (Ein mehrdeutiger Erkundungsgang in das hermetische Geheimnis, 1850) versucht.

Im letzten Jahrhundert hat vor allem C.G. Jung den Weg der symbolischen Deutung der Alchimie beschritten.

Er erkannte in der Alchimie eine Naturpsychologie und war der Ansicht, dass die Analytische Psychologie mit der Alchimie merkwürdig übereinstimmt.

Aber er sah wohl zu einseitig nur die unbewussten Quellen der Alchimie, die seiner Psychologie und der Alchimie gemeinsame spirituelle, religiöse und symbolhafte Welt.

 

Der pragmatischen Alchimie verdankt die Naturwissenschaft bedeutsame Fortschritte:

Ausbreitung des Experiments, das Laboratorium, Kenntnisse der Metalle und Mineralsäuren, Darstellung des Alkohols, die Einführung der quantitativen Naturbeschreibung durch genaue Rezepturen, wichtige Arbeitsgeräte und Arbeitsprozesse wie Destillieren und Sublimieren.

Die Parapsychologie ist beiden Seiten der Alchimie, der psychologischen und der chemischen verpflichtet.

Der Psychologie wegen der durch C.G. Jung erarbeiteten erweiterten Kenntnis der psychischen Organisation des Menschen, der chemischen wegen der Hinweise auf mögliche parachemische Prozesse.

 

Vor allem aber ist die ungeteilte Alchimie für die Parapsychologie von Bedeutung:

Die Kluft zwischen Geist und Materie, die die PK so unbegreiflich und schockierend macht, ist in der Alchimie aufgehoben.

Ein Phänomen, das weder mathematisch voraussehbar ist noch von einem beliebigen Experimentator unter den gleichen Bedingungen beliebig oft wiederholt werden kann, existiert nicht als wissenschaftlich beobachtbares Phänomen.

Wir haben indessen nicht das Recht, es für nichtexistierend als Phänomen anzusehen.

Eine Wissenschaft, die das Studium derartiger Phänomene zum Gegenstand hätte, besässe keinen verständlichen normal-wissenschaftlichen Wert, und doch stellte sie ein wahres Wissen dar, ein solches nämlich, das über seine eigene Logik und über seine eigenen Methoden und Experimentationsweisen verfügt.

Es hat den Anschein, dass die Alchimie weniger einer physikalischen Wissenschaft entspricht als einer ästhetischen Erkenntnis der Materie und dass sie ihren Platz auf halbem Wege zwischen der Poesie und der Mathematik - der Welt der Symbole und der Welt der Zahlen - hat.

Darum ist es auch ein grosser Irrtum, wenn man die Alchimie nur aus der historisch gegebenen Entwicklung der Chemie erklären möchte. 

 

Verwiesen sei noch auf die chinesische Alchimie, die sich etwa um die Zeitenwende entwickelte.

Die Wandlungen (hud), die die chinesischen Alchimisten anstrebten, hatten die individuelle Unsterblichkeit zum Ziel.

 


 

 

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