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Die Ziege wurde in der
germanischen Mythologie dem Gott Wotan, vor allem aber dem Blitzgott Donar
als Opfer dargebracht und galt als Fruchtbarkeitssymbol.
Mit der Verteufelung der heidnischen Götter erfuhr konsequenterweise auch
die Ziege eine Verteufelung und geriet von der Verkörperung der
Fruchtbarkeit der Natur zur Verkörperung des Teufels und zum Reittier der
Hexen. Im Volksglauben wirkt der heidnische Ursprung der Ziege zum Teil noch
nach und sie wird mit Naturgewalten, wie das z.B. bei der Gewitterziege
geschieht, gleichgesetzt. Auch soll die Ziege als Habergeiss zur
Begleitschar des Wilden Jägers zählen.
Stärker noch als die Ziege wurde der Ziegenbock vom heiligen Tier des Donar
zur Verkörperung des Teufels, den man sich ja auch männlich vorstellte. So
sollte sich der Teufel in ziegenbockartiger Gestalt beim Hexensabbat
verehren lassen. Das Bild des Ziegenbocks, der auch in den antiken
Mischwesen aus dem Umkreis des Dionysos wie Pan und Satyr gegenwärtig war,
hat das christliche Teufelsbild entscheidend mitgeprägt. Der Ziegenbock gilt
ebenso wie die Ziege als Reittier der Hexen und hat natürlich auch seinen
festen Platz in der Wilden Jagd. Beim Schatzgraben sollte man dem Teufel, in
dessen unterirdischen Bereich ja die Schätze liegen, einen Ziegenbock
opfern. Noch 1724 musste ein griechischer Mönch in Wien auf Anweisung
mehrerer Botschafter und Hofbeamter dem Teufel einen schwarzen Ziegenbock
darbieten, da die Auftraggeber hofften, auf diese Weise zu Geld zu kommen. |