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Der Vogel ist in vielen
Kulturen ein Sinnbild der Seele.
Bereits im Alten Ägypten sieht man auf Totendarstellungen, wie dem Haupt des
Verstorbenen ein Vogel entfliegt. Diese „hochgeistige“ Potenz der Vögel hat
mit dazu geführt, namentlich, wenn es sich um Nachtvögel handelt, sie mit
dämonischen Wesenheiten in Verbindung zu bringen. Besonders Eulen,
Fledermäuse und Raben wurden im Volksglauben häufig mit Hexen, Vampiren oder
Zauberern assoziiert.
Als ganz neue Bedrohung brachte Alfred Hitchock die Vögel in The Birds
(1963) ins Spiel. Der Film basiert auf der gleichnamigen Erzählung von
Daphne du Maurier. Bei Maurier spielt die Geschichte in England, und die
tollgewordenen Vögel spiegeln spezifisch englische Ängste vor der Tollwut
wieder - und die Angst vor einer ganz anderen Vogelattacke: nämlich des
deutschen Luftkrieges, des „blitz“, gegen die englische Insel.
Hitchcock hat die Handlung nun nach Amerika verlegt, und seine agressiven
Vogelarmeen erhalten eine grössere, elementarere Bedeutung. Bei ihm ist es
das destruktive Potential, das in der Natur enthalten ist und nun,
überraschend erwacht, über eine amerikanische Ferienidylle hereinbricht. Die
Elementarkräfte der Natur - die beinahe wieder an die Elementargeister
denken lassen - haben sich entfesselt und greifen in der Lust an der totalen
Vernichtung den frevelhaften Menschen an, der sich innerhalb seiner
Zivilisation so sicher wähnt. Dass es sich dabei gerade um Vögel handelt,
die blitzschnell und überraschend aus der Luft niederstürzen, erhöht das
Gefühl der Bedrohung und lässt apokalyptische Visionen aufkommen.
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