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Das Erlöschen jeder
Lebensäusserung eines Organismus.
Aber bereits über die Frage, wann wirklich jedes Leben in einem Organismus
erloschen ist, sind sich die empirischen Wissenschaften nicht wirklich
einig, so dass die Definition von Tod und Leben auch heute noch in den
Bereich von theologischer und philosophischer Spekulation mithineinfällt.
Als Todesursachen hatte man in den traditionellen Gesellschaften die
natürlichen und übernatürlichen unterschieden. Als natürlich galten
Krankheit, Altersschwäche, aber auch ein gewaltsamer Tod, der bei uns heute
als unnatürlich bezeichnet wird. Wurde hingegen jemand durch angeblichen
Zauber getötet, so starb er eines übernatürlichen Todes. Eine in etlichen
Sagen erwähnte Todesursache liegt in der Begegnung mit Geistern. Wer eine
Arme Seele etwas fragt, soll bald sterben, auch gab es den Glauben an eine
von vornherein festgelegte Lebenszeit und einen bereits vorher bestimmten
Todestag. Glaubt ein Mensch dieses Datum zu wissen und gibt sich selbst auf,
so dass er tatsächlich zu diesem Zeitpunkt den Tod findet, nennen wir das
heute self-fullfilling prophecy, früher wäre es hingegen ein Beweis für die
Erfüllung seines Schicksals gewesen.
Der Tod wurde in den meisten überlieferten Kulturen als personales Wesen
aufgefasst, das den Menschen „heimholt.“ Die Darstellung des Todes als
Gerippe, als Reiter oder natürlich als Schnitter, bzw. Sensenmann, geht von
einer Vorstellung des Todes als männliches Wesen aus. ln slawischen und
romanischen Sprachen ist der Tod jedoch weiblich und wird folglich auch als
grosses, hässliches Weib geschildert. Um einem Sterbenden den Weg ins
Jenseits zu erleichtern und dafür zu sorgen, dals der Tote richtig beerdigt
wird, müssen bestimmte Riten eingehalten werden. |