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Tiergeister, Tierdämonen |
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Das Tier spielt in allen
Naturreligionen, aber ebenso im tradierten Volksglauben eine wichtige Rolle.
In der frühen Menschheitsgeschichte konnte das Tier dem Menschen
gleichgestellt, ja sogar übergeordnet sein. Augenscheinlich wird das beim
Tierkult, der auf der Vorstellung von tiergestaltigen Göttern basiert. So
stand im Tempel des Dionysos in Kyzikos ein Bild des Gottes in Stiergestalt
und dem Gott Demeter wurde Pferdegestalt zugeschrieben. Die Priester der
zahlreichen stiergestaltigen Gottheiten wurden dabei immer nach dem Tier
benannt, dessen Kult sie pflegten. So hiessen die Priesterinnen der Artemis
von Brauron „Bärinnen“. Daneben galten einige Tiere, von denen man annahm,
sie seien Boten oder Begleiter von Göttern, als heilig. Diesen Tieren wurden
Opfer dargebracht, so konnte sich etwa die heilige Schlange im Parthenon zu
Athen täglich über ein neues Stück Honigkuchen freuen, und die heiligen Kühe
der Hindus empfangen täglich frisches Gras und Blumen. Im Christentum fand
eine Umkehrung statt, und die heiligen Tiere der Heiden wurden zu
dämonischen Tieren. So beispielsweise Bock und Ziege, die als Teufelsgetier
gelten, und auch die Katze, von der man sagte, sie wolle neunmal am Tag
ihren Herrn töten, so sehr sie ihm auch schmeichle. |
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