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Monster, Dämonen, Gespenster, Geister
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Tiergeister, Tierdämonen

Das Tier spielt in allen Naturreligionen, aber ebenso im tradierten Volksglauben eine wichtige Rolle. In der frühen Menschheitsgeschichte konnte das Tier dem Menschen gleichgestellt, ja sogar übergeordnet sein. Augenscheinlich wird das beim Tierkult, der auf der Vorstellung von tiergestaltigen Göttern basiert. So stand im Tempel des Dionysos in Kyzikos ein Bild des Gottes in Stiergestalt und dem Gott Demeter wurde Pferdegestalt zugeschrieben. Die Priester der zahlreichen stiergestaltigen Gottheiten wurden dabei immer nach dem Tier benannt, dessen Kult sie pflegten. So hiessen die Priesterinnen der Artemis von Brauron „Bärinnen“. Daneben galten einige Tiere, von denen man annahm, sie seien Boten oder Begleiter von Göttern, als heilig. Diesen Tieren wurden Opfer dargebracht, so konnte sich etwa die heilige Schlange im Parthenon zu Athen täglich über ein neues Stück Honigkuchen freuen, und die heiligen Kühe der Hindus empfangen täglich frisches Gras und Blumen. Im Christentum fand eine Umkehrung statt, und die heiligen Tiere der Heiden wurden zu dämonischen Tieren. So beispielsweise Bock und Ziege, die als Teufelsgetier gelten, und auch die Katze, von der man sagte, sie wolle neunmal am Tag ihren Herrn töten, so sehr sie ihm auch schmeichle.
In fast allen frühen Jägerkulturen im euro-asiatischen Raum gibt es die Vorstellung von einem Herrn oder einer Herrin der Tiere, der oder die als Hüter und Schutzgeist des Wildes gilt. Er kennt jedes seiner Tiere, weist dem Jäger die Tiere zu, die er als Beute erhalten soll, und bestraft den Jagdfrevler. Dieser Schutzgeist konnte menschengestaltig sein oder als dämonisches Wesen wie z.B. Bergfräulein, Fänggen, Zwerg, Riese oder Wassermann auftreten. Sein Wohlwollen versuchte man, durch Jagdzauber oder Opfer zu sichern. Häufig besitzt jede Tiergattung ihren eigenen Tierherrn. Meist ist es das schönste und stärkste Tier, das niemals erlegt werden kann.
Nachdem die meisten Aufklärer den Tieren Geist und Seele abgesprochen hatten, gaben ihnen die Okkultisten seit dem späten 18. Jahrhundert ihre Beseelung wieder zurück. Der Geisterjäger und britische Okkultist Elliott O'Donnell hat dem Thema ein ganzes Buch gewidmet: Animal Ghosts (1913). Darin stellt er entschieden fest: „Die blosse Tatsache, dass, es Manifestationen von toten Menschen gibt, beweist irgendeine Art von Leben nach dem Tode für den Menschen; glücklicherweise ist derselbe Beweis in bezug auf das zukünftige Leben der Tiere zu erbringen; es gibt in der Tat genauso viele tierische Geistererscheinungen wie menschliche - vielleicht noch mehr.“
Eine weitere Untersuchung dieser Phänome bietet das Buch Animal Ghosts (1970) von Raymond Bayless.

 

 

 

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