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Teufel

Der Name ist vom griechischen „Diabolos“ abgeleitet und bedeutet soviel wie Entzweier, Verleumder, Durcheinanderwerfer. Der Teufel ist das personifizierte Prinzip des Bösen und befindet sich damit im Gegensatz zu Gott.
Vorgebildet wurde dieser Dualismus von Gut und Böse in der Lehre des persischen Religionsstifters Zarathustra, in der es neben dem Lichtgott Ahura Mazda dessen finsteren Gegenpart Ahriman gibt. Von Persien aus drang die Lehre von einem personifizierten Haupt des Bösen und der ihm nahen und untergeordneten Dämonen in das Judenrum ein, wo dieser eigenständige dunkle Gott mir dem Namen Satan (= Widersacher) bezeichnet wurde. Im Urchristentum galt der Teufel aIs gegenwärtiger Fürst dieser Welt, dessen Macht durch Christus gebrochen und mit dem Eintritt in das Gottesreich beendet werden wird.
Nach der Kirchenlehre ist der Teufel das Haupt der von Gott abgefallenen Engel - gefallener Engel. Als solcher hat er den Sündenfall verursacht und führt die Gläubigen - die sich allerdings durch Gebet, Weihwasser, Kreuzzeichen und andere Sakramentalien vor ihm schützen können - immer wieder in Versuchung. Im späten Mittelalter wurden Teufelsglaube und Hexenglaube in immer engere Verbindung gebracht. Auch während der Reformationszeit hielt man an diesem Glauben fest. Erschüttert wurden Hexen- und Teufelsglaube ab dem 17. Jahrhundert durch die beginnende Aufklärung. Der Teufel wurde in der Folge aus aufgeklärter Sicht geradezu zu einer Metapher für die Befreiung des Menschen aus den Fesseln des Terrors der vorangegangenen Jahrhunderte. Er verkörperte nunmehr den Ausbruch der unterdrückten Instinkte, der Lebensfreude und die Fähigkeit, ein rationales Weltbild aufzubauen. Protestantische Theologen begannen daraufhin die Lehre vom Teufel zu mildern. Die moderne protestantische Theologie neigt dazu, die Satansvorstellung durch den Gedanken einer über den Finzelnen stehenden Macht der menschlichen Gesamtsünde zu ersetzen. Die katholische Kirche hingegen blieb dem Teufel bis in die Gegenwart treu. So bezeichnete z.B. Paul VI. 1972 den Teufel als den bösen Feind, der in uns wirkt und das Böse in der Welt erzeugt, den Versucher schlechthin - als das reale Wesen aus der Apokalypse. Johannes Paul II. geht noch weiter, als er 1986 schreibt, der Teufel nehme als Person und als böser Geist auf die materiellen Dinge und auf den Körper des Menschen Einfluss, weshalb man sehr wohl von teuflischer Besessenheit sprechen könne. Der Papst sprach in diesem Zusammenhang auch von den vielfältigen Einflüssen des Teufels auf die geistige und physische Ordnung der Natur.
Der Teufel der Volkssage hat zum Teil nur wenig mit der theologisch begründeten Gestalt des Teufels gemeinsam. Im Volksglauben gewinnt das nach christlicher Lehre körperlose Geistwesen konkrete Züge. In der volkstümlichen Graphik wird der Teufel anfänglich gern als vogelartiges Untier mit Krallen, Schnabel und grossen Flügeln dargestellt. Später kamen - vermutlich aufgrund antiker Einflüsse, z.B. des Gottes Pan - noch die unverzichtbaren Hörner und Bocksbeine hinzu. In der weiteren Entwicklung lässt sich eine zunehmende Vermenschlichung des Teufelsbildes beobachten. Das hindert den Teufel der Sage aber nicht, bei Bedarf fast jede Tiergestalt annehmen zu können, mit Ausnahme von Taube und Lamm, da diese Tiere göttliche Symbole darstellen. Auch seine Auftritte als Mensch kann der Teufel nach Belieben wählen. Besonders gern mischt er sich als Fahrender, Kavalier oder Jäger unter die Menschen. Jede menschliche Gestalt ist jedoch nur eine Larve, die die Bocks- oder Pferdefüsse nie ganz verdecken kann.
Auf den volkstümlichen Teufel wurden auch zahlreiche Motive von ursprünglich älteren Dämonengestalten übertragen. So mischen sich z. B. Züge der Riesen, des Wilden Jägers oder des Kobolds mit ein.
Einen neuen Teufelsaspekt, in dem freilich kirchliche und volkstümliche Vorstellungen enthalten sind, lieferte der schwedische Naturwissenschaftler und Geisterseher Emanuel Swedenborg (1688-1772). Nach Swedenborg sind die Teufel keine eigene Spezies, sondern sie gehen aus dem Menschengeschlecht hervor. Teufel werden Individuen, die sich dieses Los nach ihrem Tod selbst erwählen. Sie werden zwar nicht glücklich in der Höllenregion aus Sümpfen, Wüsten, Wäldern, niedergebrannten Ortschaften, Bordellen und finsteren Höhlen, aber im Himmel wären sie noch unglücklicher. Dringt tatsächlich einmal ein Strahl himmlischen Lichts in ihr trübes Dasein, empfinden sie das als Belästigung. Die Teufel halten sich für schön, obgleich viele von ihnen tierische Gesichter haben oder blosse Fleischklumpen anstelle eines Gesichtes. Sie leben im gegenseitigen Hass, wenn sie sich zusammentun, dann nur, um andere zu vernichten. Die Swedenborgsche Teufelsvorstellung lässt sich wohl am besten mit: „Jedem das Seine“ kommentieren.

 

 

 

 

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