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Anhänger Satans, des
„Herrn dieser Welt“.
Entgegen beliebter Szenarien in Sensationsromanen und Satansfilmen ist der
Satanist und der von ihm praktizierte Satanismus eine relativ junge und
nicht allzu verbreitete Erscheinung, wenngleich er in bestimmten Bereichen
der Jugendsubkultur an Beliebtheit gewinnen mag. Kulturhistorisch fassbar
wird der Satanismus eigentlich nur im 17., 19. und 20. Jahrhundert.
Mittelalterliche Sekten gnostisch-manichäischen Ursprungs, wie etwa die
Katharer oder Albigenser, vertraten zwar ein streng dualistisches Weltbild,
in dem sich gut und böse gleichberechtigt gegenüberstanden, huldigten jedoch
keinem Satanskult, wenngleich ihnen das die Kirche vorwarf.
Zu einem nicht geringen Teil handelt es sich beim Satanismus um eine
literarische Fiktion, die der psychologischen Funktion diente, verbotene und
verdrängte Wünsche auf Teufelsjünger zu projizieren. Den Satanisten wurden
zum Teil ausserordentliche parapsychische (schwarzmagische) Fähigkeiten
nachgesagt. Auch heute gibt es noch Gruppen, die eine seltsame Mischung aus
Teufelskult, Sexualmagie und Okkultismus betreiben. Ende der sechziger Jahre
hatte der Fall von Charles Manson Aufsehen erregt, der sich Christus und
Satan zugleich nannte und eine Gruppe junger Leute um sich geschart hatte,
die er zu sexuellen Orgien, Blut- und Mordritualen animierte. Lynn Fromme,
eine Anhängerin Mansons, behauptete von ihm: „He gave a lot of magic.“ Eine
gewisse „Sympathy for the Devil“ und allem düsteren Brimborium, das dazu
gehört, lässt sich auch innerhalb der neu aufkommenden Schwarzen Szene, den
Gothic-Leuten nachweisen. |