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Das Wort heisst auf
hebräisch Widersacher.
Im älteren hebräischen Glauben ist Satan ein böser Geist, ein Ankläger,
Verführer, Verderber, aber noch in Gottes Dienst. Unter persischem Einfluss
geriet Satan dann zum eigenständigen Gegner Gottes und zum Prinzip der
Sünde. Im Islam entspricht ihm der Schaitan, der sich gegen Gott empörte und
den Menschen die Zauberkunde brachte. Nach der apokryphen Tradition (Henoch)
war Satan ursprünglich Gottes liebster Engel, der wegen seines Aufruhrs
gegen Gott von dem Erzengel Michael in die Hölle gestürzt worden ist. Dort
wird er zum Fürst dieser Welt und zur Verkörperung des Bösen. Dennoch
reissen seine Verbindungen zu Gott nie ganz ab. Im Buch Hiob wird Satan von
Gott erlaubt, Hiob zu versuchen, um zu sehen, ob dieser in seinem Unglück
von Gott abfalle. Auch im Prolog von Goethes Faust I erscheint Satan als
Mephistopheles erst vor Gott, um bei ihm die Erlaubnis zu Fausts Versuchung
einzuholen. In der christlichen Ikonographie wird Satan in der Gestalt des
Teufels häufig als Schlange (welcher Maria den Kopf zertritt) oder als
Drache (den der heilige Michael oder Georg besiegt) dargestellt. In
volkstümlichen Sagen tritt er in allen möglichen menschlichen und tierischen
Erscheinungsformen auf.
Die Vorstellungen von einem Satanskult, den die Hexen des Mittelalters und
der angehenden Neuzeit angeblich betrieben haben, dürften weitgehend
Phantasiegebilde sein. In diesem Zusammenhang wurden dem Satan auch stark
heidnische Züge antiker Fruchtbarkeitsgötter und Dämonen wie des Dionysos,
Satyr, Pan oder Faun verliehen. Zugleich erfuhren diese Naturgottheiten eine
zusätzliche Verteufelung. Die Fleischeslust des Satans griffen zu Beginn des
20. Jahrhunderts die selbsternannten Satanisten auf, zu deren Riten
sexualmagische Praktiken gehören. Andere okkulte Religionsgemeinschaften,
die besonders im 11. bis 13. Jahrhundert in Frankreich aufblühten, wie die
Albigenser oder Katharer, betrachteten Satan als zweites, dunkles Prinzip,
das sie dem Prinzip des Lichtes gegenüberstellten. Dem Templerorden
unterstellte die Kirche, einen geheimen Satanskult betrieben zu haben, wofür
es jedoch keine historisch greifbaren Belege gibt. Der Satan ist mit vielen
Namen belegt worden, neben Mephistopheles oder Teufel etwa mit Beelzebub und
Luzifer. Jeder Name hat aber, neben allen Gemeinsamkeiten, auch immer einen
neuen oder speziellen Aspekt des „Bösen“ beleuchtet. |