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Riesen

ln den Mythen und Sagen der Völker spielen die Riesen eine bedeutende Rolle. Sie treten als rein mythologische Personifikationen auf oder als phantastische Urgeschlechter, die sich häufig gegen die Götter erheben und von diesen besiegt werden. So auch in der altgermanischen Götterlehre, worin die Riesen einen Gegensatz zu den Göttern und Lichtwesen bilden. In der Genesis 6,1-4 wird zur Entstehungsgeschichte der Riesen erzählt, dass die gefallenen Engel, die dort Gottessöhne genannt werden, sich die Töchter der Menschen zu Frauen nahmen und mit diesen die Riesen zeugten: „Als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen auf Erden.“
Im allgemeinen gelten die Riesen als Naturdämonen, die sowohl schaden als auch nützen können. Auch werden sie als Vertreter der ungezähmten Elemente gesehen, so von Sturm, Unwetter, Frost und Eis. In Sagen des Mittelalters treten Riesen neben Zwergen, Feen, Drachen und anderen Fabelwesen auf. Der Volksglaube versetzt den Wohnort der Riesen in ferne Orte, wohin sie zurückgedrängt worden sein sollen.
Paracelsus unterscheidet in seinem Liber de nymphis … (1566) die mythischen (dämonischen) und menschlichen Riesen und trug damit zu deren Entmythologisierung bei.
Besonders grosswüchsige Menschen waren als sogenannte Riesen bis in unser Jahrhundert hinein auch im Zirkus- und Schaustellerbereich zu sehen. Aber ebenso die Paradesoldaten des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I, als „lange Kerls“ bekannt, dürften in die Kategorie menschlieher Riesen hineinfallen. Ebenfalls ein herausragender Menschenriese dürfte Goliath gewesen sein, den David mit einer Steinschleuder besiegte.
Zweifellos fanden die Sagen von Riesen eine Stützung in dem Auffinden von Riesenknochen ausgestorbener Tierarten. Viele Riesensagen entstanden wahrscheinlich aus der Deutung germanischer Begräbnisstätten, die als Grabhügel der Riesen angesehen wurden, was noch in der Bezeichnung Hünengräber nachklingt. Auch versuchten sich die Menschen mit den Erzählungen von Riesen, die Entstehung auffallender Naturerscheinungen, wie z.B. alleinstehende Felsblöcke oder Gebirgszüge - die angeblich von Riesen dorthin transportiert worden waren - zu erklären. Eine Spätform der Riesensagen handelt oft von plumpen und dummen Riesen, die in schwankhafter Weise durch die List der Menschen geprellt werden können.

 

 

 

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