|
Weiblicher Vampir aus
Malaysia.
Die Penanggalan bemüht sich im Gegensatz zu ihren zahlreichen anderen
Vampirkolleginnen nicht um ein verführerisches Aussehen. Sie ist sogar
absolut abscheulich anzusehen. Sie besteht nur aus einem Kopf, an dem, in
der Dunkelheit phosphoreszierend, die Eingeweide baumeln. Des nachts fliegt
sie herum, um nach Opfern zu suchen, denen sie das Blut aussaugt.
Man sagt, die Penanggalan sei der Geist einer im Kindbett verstorbenen Frau.
Möglicherweise sucht sie sich aus diesem Grund als Opfer mit Vorliebe kleine
Kinder oder gebärende Frauen aus. Einer anderen Version zufolge wurde eine
Frau von einem Mann bei einer rituellen Bussübung überrascht, woraufhin sie
sich den Kopf von den Schultern und die Eingeweide aus dem Leibe riss und
als Penanggalan davonflog, Das von ihren Eingeweiden herabtropfende Blut
soll schlimme Wunden verursachen.
Um Gebärende vor dieser gefährlichen Vampirdämonin zu schützen, wurden die
Hauswände mit dornigen Zweigen ausgestattet, in denen die Unholdin sich
verfangen und bis zum Morgengrauen hängenbleiben sollte, da sie, wie fast
alle bösen Geister, am Tage ihre Macht verliert.
In der 1933 in der Zeitschrift Weird Tales erschienenen Erzählung The Malay
Horror hat Seabury Quinn den Stoff der Penanggalan literarisch verarbeitet. |