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In Arkadien beheimateter
griechischer Wald- und Weidegott. lhm entspricht weitgehend der römische
Faun.
Pan ist der Sohn des Hermes und einer Nymphe. Als lüsterner Halbgott mit
Bockshörnern und Ziegenbeinen, die mit Fell behaart sind, mischt sich Pan
unter das Gefolge des Dionysos und erscheint gelegentlich als Anführer der
Satyrn und der Silene. Er stellt mit Vorliebe den Nymphen, aber auch schönen
Hirtenknaben nach. Die Nymphe Syrinx wird auf der Flucht vor Pan von ihren
Schwestern in einen Schilfrohrbusch verwandelt. Pan schneidet einige Rohre
ab, legt sie an den Mund und erfindet so die aus verschieden langem
Schilfrohr geschnittene Panflöte (Syrinx). Die Hirten fürchteten Pan in der
Glut der Mittagshitze und zur Zeit der Mittagsruhe, in der er durch sein
plötzliches Erscheinen panischen Schrecken unter den weidenden Tierherden
verbreitet. Aber auch eine Menschenmenge, so z.B. das kämpfende Perserheer
bei Marathon, konnte durch den plötzlichen Schrei Pans in Panik versetzt
werden. Auf diese Weise unterstützte Pan den Gott Zeus im Kampf gegen die
Titanen.
Plutarch (um 50-120 n. Chr.) berichtet in seinem Werk De defectu oraculorum
im Kapitel 17 vom Tod des grossen Pan“. Auf einem Schiff, das auf seiner
Reise von Griechenland nach Italien in die Nähe der Paxosinsel getrieben
worden war, habe man gegen Abend plötzlich von der Insel her nach dem
Steuermann Thamus rufen hören. Dieser habe nach dem dritten Rufen
geantwortet, woraufhin eine mächtige Stimme befahl: „Wenn du nach Palodes
kommst, melde, dass der grosse Pan tot ist.“ Durch diesen Ruf, so erzählte
Epitherses, seien sie alle erschreckt wordem und als sie miteinander
besprochen hätten, ob es besser den Auftrag auszuführen oder sich lieber
nicht damit zu befassen, habe Thamus gemeint, wenn Wind sei, wolle er still
vorübersegeln, wenn aber in jener Gegend eine Windstille eintrete, so wolle
er bekanntmachen, was er gehört habe. Als man nun nach Palodes gekomen sei,
und kein Wind und keine Welle sich geregt hätte, habe Thamus vom Heck aus
nach dem Lande zu gerufen, wie er es gehört hatte: „Der grosse Pan ist tot!“
Er habe es kaum ausgesprochen, da habe sich ein grosses, mit Verwunderung
gemischtes Seufzen, nicht von einem, sondern von vielen erhoben.“
Diese von Plutarch erzählte Geschichte vom Tod des grossen Pan“ gehört in
die Reihe der zahlreichen Legenden vom Sterben der Vegetationsgötter. Das
Motiv eines Rufers, der unerkannt dem Menschen einen Auftrag gibt, ist
möglicherweise germanischen Ursprungs und wurde von Plutarch aufgegriffen.
Mit dem „grossen Pan“ war nicht der Allgott, sondern der arkadische
Hirtengott und Naturdämon gemeint. In spätmittelalterlicher und barocker
Tradition wurde der grosse Pan gerne als Teufel gedeutet, wie ohnehin die
meisten Naturwesen eine Dämonisierung erfuhren. |