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Untoter, der in dem
Volksglauben der Roma vorkommt.
Ein Mulo entsteht, wenn ein Mensch gewaltsam und unnatürlich zu Tode kommt,
zur Unzeit stirbt oder ohne die üblichen Rituale bestattet wird. Man
unterscheidet dabei zwischen einem schwarzen (kalo) und einem weissen (parno)
Mulo. Die Kennzeichen des Mulo sind je nach Gegend unterschiedlich. Er kann
wie ein normaler Mensch aussehen, dem einige Finger oder Zehen fehlen, an
deren Stelle er manchmal Klauen hat. Er kann hellblondes oder rotes Haar
haben, er kann als Wolf erscheinen und er kann gleich ganz unsichtbar
bleiben. Eine Charaktereigenschaft von ihm scheint sein unersättlicher
Liebeshunger zu sein. Entspringt dem Umgang einer Lebenden mit einem Mulo
ein Kind, so wird dieses zum Vampir. Um Verstorbene vor einer Verwandlung in
einen Mulo zu schützen, durchbohrte man ihren Leichnam mit einer langen
Nadel oder einem Weissdornpflock. Auch galt es als vorbeugende Massnahme,
dem Toten Eisenspäne in Mund, Ohren und Nase und zwischen die Finger zu
legen. Das eigene Haus schützte man vor dem Zutritt einesMulo, indem man
Fischernetze, Wacholder- und Dornenzweige oder einen Rosenkranz anbrachte.
Auch Amulette, bestimmte Beschwörungen, schwarze Hunde oder schwarze Hähne
sollten der Abwehr dienen. Ein Vampir kann den Mulo durch einen Gewehrschuss
töten. Man kann ihn jedoch auch vernichten, indem man ihm den linken Strumpf
stiehlt, siedendes ÖI über das Grab giesst oder an der Stelle, wo sich Kopf
und Bauch des Toten unter der Erde befinden, lange Pfähle hineinstösst. Bei
manchen Roma-Stämmen auf dem Balkan heisst der Mulo Ciohano. |