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Moreau, Dr. |
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In H(erbert) G(eorge)
Wells Roman Die Insel des Dr. Moreau (The Island of Doctor Moreau, 1896)
verschlägt ein Schiffbruch den Biologen Pendrick auf eine Insel im Pazifik,
die von merkwürdigen Wesen bevölkert ist. Sie gehen aufrecht, tragen
Kleidung, sind der Sprache mächtig, aber auf „irgendeine unbestimmte Weise“
stossen sie Pendrick ab. Herrscher der Insel ist Dr. Moreau, ein berühmter
Vivisekteur, der seiner sadistischen Tierversuche wegen England verlassen
musste und jetzt auf der abgelegenen Insel unzensiert seinem Forscherdrang
folgen kann. Bei den Wesen handelt es sich nicht, wie Pendrick zunächst
vermutet, um verstümmelte Menschen, sondern um Tiere, die durch operative
Eingriffe unter strikter Beachtung darwinistischer Gesetzmässigkeiten zu
Menschen „veredelt“ wurden. Moreau, der selbsternannte Schöpfer, führt seine
Versuche in dem von den Tiermenschen gefürchteten „Haus der Schmerzen“
durch; seinen Sadismus legitimiert der Naturwissenschaftler Moreau mit der
Erbarmungslosigkeit der Natur: „Das Studium der Natur macht den Menschen
schliesslich gewissenlos, wie die Natur selber ist.“ Moreau ist
Naturwissenschaftler in einer von einer materialistischen Naturwissenschaft
entgötterten Welt, in der der Mensch in seiner Hybris selbst gerne zum Gott
mutieren möchte. Dr. Moreau entpuppt sich als ein Verwandter von Dr.
Frankenstein, aber auch vom KZ-Arzt Dr. Dr. Josef Mengele und zugleich als
ein Ahn moderner Genforschung. |
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