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In der griechischen
Mythologie gibt es drei Moiren, die als Schicksalsgöttinnen wirken. Nach
Hesiod sind sie Töchter des Zeus und der Themis. Ihre Namen sind Klotho,
Lachesis und Atropos.
Klotho, die den Lebensfaden spinnt, wurde mit der Spindel dargestellt,
Lachesis, die das Leben durch den Zufall erhält, mit einer Schriftrolle, und
Atropos, die Unabwendbare, die den Lebensfaden abschneidet, mit der Waage.
Bei den Römern entsprechen ihnen die Parzen, bei den Germanen die Nornen.
Die Bezeichnung Moira bedeutet ursprünglich Anteil, nämlich den Anteil am
Schicksal, der dem einzelnen zufällt. Es hatte also zunächst jedermann seine
individuelle Moira. Allmählich wurde diese Moira personifiziert und nahm die
Dreigestalt von Klotho, Lachesis und Atropos an. Bei der Personifikation und
Vergöttlichung der Moira mag das Märchenmotiv der Feen, die an der Wiege des
neugeborenen Kindes erscheinen und ihm Geschenke bringen, mitgewirkt haben.
Auch in dem bei uns bekannten Märchen Dornröschen finden sich mit den guten
und bösen Wünschen der Feen und der Spindel Nachklänge dieser Motive. Homer
spricht nur von einer, dem einzelnen Menschen oder Gott zugehörigen Moira,
die häufig als Unglücks- oder Todesgöttin erscheint. Sie wird jedoch nicht
als allmächtiges Schicksal aufgefasst, dem der Mensch zur Gänze unterworfen
ist. Die Moiren sind auch in der volkstümlichen Überlieferung der
südosteuropäischen Völker bekannt. |