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Mittagsgespenst |
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Nicht nur die dunkle Mitternacht, sondern
auch die sommerlich heisse Mittagssonne, in der die Luft flirrt, galt als
Stunde der Dämonen. Das mag damit zusammenhängen, dass Sonnenstich und Hitze
den Menschen gefährlich werden konnten, doch es war wohl mehr eine Stimmung
der Melancholie und Öde, die sich der Menschen um diese Zeit bemächtigte.
Zahlreiche dieser flirrenden Hitzedämonen hat D. Grau in seinem Buch Das
Mittagsgespenst (1966) gebannt. Bereits im antiken Heidentum findet sich die
Vorstellung eines Mittagsgespenstes, von dem Franz Werfel (1890-1945)
schreibt: „Die Alten haben geglaubt, dass zur sonnigen Mittagsstunde etwas
aus der angespannten Natur springen kann, gestaltlos und sichtbar,
scheusslich und voller Herrlichkeit, jeglichen Wanderer tötend, den es
anfällt, gleichsam die in einen Augenblick zusammengepresste Vision des
Ganzen.“ |
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