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Marsmenschen.
ln der allgemeinen Phantasie meist kleine grüne Männchen. Die Vorstellung,
auf dem Mars könnten fremde Lebewesen existieren, verbreitete sich, als Ende
des 19. Jahrhunderts der Mailänder Astronom Giovanni Schiaparelli auf der
Marsoberfläche ein seltsames Muster entdeckte, von dem er ausging, es könnte
sich um künstlich angelegte Kanäle handeln. Mit der Entdeckung der
„Marskanäle“ tauchte auch sogleich die Angst vor einer uns unbekannten,
ausserirdischen Gattung auf. Meisterhaft literarisch verarbeitet wurden
diese Ängste von H(erbert) G(eorg) Wells in seinem weltberühmten Roman Krieg
der Welten (1898), in dem die Marsmenschen als bedrohliche ledersackähnliche
Wesen, die sich vom Blut anderer Lebewesen nähren, die Erde erobern. Kein
menschliches Mittel scheint dieser Invasion gewachsen zu sein. Doch zu guter
Letzt werden die unbesiegbaren Marsianer von irdischen Bakterien
dahingerafft. Im November 1938 versetzte eine von Orson Wells inszenierte
Hörspielfassung vom Krieg der Welten das amerikanische Publikum kurzfristig
in Panik. Der New Yorker Sender hatte das Stück ohne einleitende Worte und
in derAufmachung einer Life-Dokumentation ausgestrahlt, woraufhin viele
Bürger die dramatische Invasion der Marsianer für real hielten und entsetzt
vor die Tür liefen, um zu sehen, ob die feindlichen Invasoren bereits in
ihrem Vorgarten gelandet seien. Orson Welles zeigte mir seiner Inszenierung
wie empfänglich wir Menschen für vermeintliche Bedrohungen sind,
gleichgültig ob es sich um Geister, Hexen, Erbfeinde oder Ausserirdische
handelt. Nach H.G.Wells Roman wurde 1952 auch der Kinofilm War of the Worlds
gedreht. |