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Hiessen bei den Römern
die bösen Geister der Toten, die als nächtliche Schreckgespenster unter den
zurückgebliebenen Verwandten gefürchtet waren.
Sie entsprachen nicht den Manen - ein neutraler Sammelbegriff für alle
Totengeister - und standen im Gegensatz zu den gutgesinnten Schutzgeistern
von Haus und Familien, den Laren und Penaten.
Um die Lemuren gnädig zu stimmen, weihte man ihnen ein eigenes Fest, die
sogenannten Lemurien. Diese fanden am 9., 11. und 13. Mai statt. Dieser
Brauch leitet sich vermutlich von den griechischen Anthesterien her. Man
sagt allerdings auch, sie seien von Romulus eingerichtet worden, um die
Seele seines Bruders Remus zu besänftigen, den er selbst getötet hatte. Als
Strafe für seinen Frevel verwüstete eine Seuche Rom. Das daraufhin von
Romulus befragte Orakel hatte als Abhilfe die Einrichtung dieses jährlichen
Festes empfohlen, das jeweils drei Nächte dauerte. Die Riten, die um
Mitternacht zur Bannung der bösen Geister vorgenommen wurden, hat der
Dichter Ovid (43 v.Chr.-17.n.Chr.) in seinen Fasti eindrucksvoll
beschrieben. Die Lemurien sollten der Versöhnung der Lemuren dienen und
gleichzeitig ihrer Vertreibung aus dem Hause. Um den Geist eines
Verstorbenen, von den man annahm, er könne eine Lemure werden, von einer
Wiederkehr abzuhalten, pflegte man rings um das Grab schwarze Bohnen
abzubrennen, In der Hoffnung, nicht einmal ein böser Geist könne diesen
Gestank aushalten. Neben magischen Beschwörungen hielt man lautes
Trommelgetöse für ein geeignetes Mittel, die Lemuren auszutreiben, da man
annahm, sie seien lärmempfindlich. |