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Ku-Klux-Klan

Politischer Geheimbund im Süden der USA. Er entstand 1865 unmittelbar nach dem Sezessionskrieg in Tennessee. Besass der Ku-Klux-Klan zunächst eine gewisse Legitimität dadurch, dass er sich gegen vereinzelte Übergriffe befreiter Schwarzer mit Selbstjustiz zur Wehr setzte, so wandelte er sich schon bald zu einer rücksichtslosen Terrorgruppe. Das Treiben des Klan wurde 1871 durch ein Bundesgesetz unterbunden, was für einige Jahrzehnte für sein fast gänzliches Verschwinden sorgte. Zu Beginn des 20. Jahrhundert trat der Ku-Klux-Klan aber wieder verstärkt in Erscheinung. Anlass dazu gab vor allem David Wark Griffiths monumentales Leinwandepos Die Geburt einer Nation (1915), in dem die Klan-Mitglieder als Helden dargestellt werden. Kurz nach Erscheinen des Films im Kino beschloss William Joseph Simsons den Ku-Klux-Klan neu zu gründen. Mit 15 Anhängern erklomm er den Stone Mountain bei Atlanta (Georgia), und dort, neben einem Steinaltar, mit einer amerikanischen Flagge, aufgeschlagener Bibel, einem Schwert und einem Gefäss mit Weihwasser, verbrannte er ein Kreuz und erklärte sich selbst zum „Grand Wizard“ - dem höchsten Hexenmeister des Klans. Natürlich wurden zu dieser Zeremonie die traditionellen Gewänder des Klans getragen, die seine Mitglieder wie eine Mixtur aus Kreuzritter, Mönch und Nachtgespenst erscheinen lassen. Zweck der Kostümierung war, Schrecken unter den Schwarzen zu verbreiten.
Nach dem 1. Weltkrieg begann der Siegeszug des neuen Klans. 1924 zählte er bereits vier Millionen Mitglieder, im Staate Indiana waren es allein eine halbe Million, und viele von ihnen hatten politische Ämter inne. Zu der ursprünglichen Stossrichtung gegen die Schwarzen kam jetzt noch der Kampf gegen Juden und Katholiken hinzu. Darüberhinaus waren die Klanmitglieder überzeugte Verteidiger des Alkoholverbotes und unerbittliche Hüter der öffentlichen Moral. Mit den rassischen, nationalen und religiösen Überzeugungen, die der Ku-Klux-Klan vertrat, konnte er viele Menschen erreichen. Sein Appell an den Instinkt, an Rachegelüste und Machtstreben, in Verbindung mit geheimen Zeremonien und unheimlichen Kostümen, stellte für viele WASP (White, Anglo-Saxon, Protestant) eine emotional verführerische Mixtur dar.
Gegen Ende der zwanziger Jahre brach der Klan jedoch ein zweites Mal zusammen. Der Niedergang wurde beschleunigt, als der „Grand-Dragon“, der Gross-Drache des Staates Indiana, David C. Stephenson, wegen Vergewaltigung, Verstümmelung und Ermordung einer jungen Frau verhaftet und verurteilt wurde. Diese Bluttat trübte das Image der kostümierten Saubermänner. Eine erneute Renaissance erlebte der Klan 1954, als ein Beschluss des Obersten Gerichtshofes der USA die Rassentrennung zwischen Weiss und Schwarz für nicht verfassungskonform erklärte. Doch war das nur eine kurzlebige Blüte. Der antiquierte Mummenschanz des Klans findet beute nur noch wenig Anklang.

 

 

 

 

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