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Es mag mit an der
Hässlichkeit der Kröte liegen, dass in ihr von jeher teuflisch-zauberische
Kräfte vermutet wurden.
So schreibt Hildegard von Bingen in ihrem Tier- und Artzenayen-Buch: „Der
Basilisk entsteht aus jenen Würmern, welche etwas von den teuflischen
Künsten in sich haben z.B. von der Kröte.“
In der Tat sondert die Kröte mit ihrer Haut Giftstoffe ab, was ebenfalls zu
ihrer Dämonisierung geführt haben mag. Dementsprechend gross war die
Verwendung, die die Kröte in der mittelalterlichen Apotheke und im
Zauberwesen fand. Das Blut der Kröte galt als brauchbar für allerlei
Liebeszauber, mit dem Fett der Kröte wollte man den Feind erblinden lassen,
die Haut der Kröte galt als Mittel für Rheumatismus, die getrockneten Füsse
der Kröte sollten zahnenden Kindern Linderung verschaffen und mit dem Herz
der Kröte konnte man einen Schlafenden dazu bringen, alle seine Geheimnisse
zu verraten, wenn man es ihm auf die Brust legte. Auch den Stein des Weisen
glaubte man in der Kröte zu finden, ebenso sollte das Krötenei vor
Giftanschlägen schützen. In eine besondere Beziehung wurde die Kröte zur
Gebärmutter der Frau gesetzt; denn bereits in der Antike nahm man an, der
weibliche Uterus sei ein selbstständiges, krötenartiges Lebewesen, das sich
im Leib der Frau hin- und her bewege und ab und zu zubeisse, was dann
verschiedene Beschwerden verursachen könne. Hiervon leitet sich auch der
heute noch in Süddeutschland und den Alpenländern verbreitete Votivbrauch
ab, bei Gebärmutterleiden Krötennachbildungen zu opfern.
Neben dieser mehr pharmazeutisch-medizinischen Historie der Kröte spielte
die Kröte auch eine bedeutende Rolle bei Hexenprozessen. Die Begegnung mit
einer Kröte ist immer die Begegnung mit einem dämonischen Wesen. Man
fürchtete sie, da sie Gift spritzen konnte, und man verdächtigte sie, den
Kühen Milch abzusaugen. Sogar der Teufel konnte sich in der Gestalt einer
Kröte zeigen, vor allem aber galt sie als das Tier der Hexen. Nicht umsonst
hiess es, der Leibhaftige würde seinen Hexen als Teufelsmal eine Krötenhand
aufzeichnen. Bei der Verbrennung einer Hexe im Jahre 1580 in der Steiermark
behauptete der Henker eine „wider die natur grossen Krotthen wahrgenommen
(zu haben), die fast aufgerichtet dem Wasser zugeeilt“ sei. Daneben gibt es
auch noch die Vorstellung der Unerlöstheit. In diesem Fall verkörpert die
Kröte eine Arme Seele oder ein beliebtes Märchenmotiv - einen verwunschenen
Prinzen oder eine verwunschene Prinzessin. |