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Kobold

Allgemeine Bezeichnung für Hausgeister, die den Menschen, bei denen sie eingezogen sind, bei vielen Arbeiten hilfreich zur Hand gehen.
Der Kobold versteht sich als eine Art Stellvertreter des Hausherrn und beaufsichtigt in dessen Abwesenheit nicht nur das Gesinde, sondern auch die Familienangehörigen, insbesondere die Ehefrau. ln einer deutschen Sagengeschichte beauftragt ein Mann aus Hildesheim den Kobold damit, während seiner Abwesenheit auf sein leichtfertiges Eheweib aufzupassen und alle Liebhaber zu verscheuchen. Diese findet jedoch so viele Ränke und Listen, den Kobold zu täuschen, dass dieser bei Heimkehr des Ehemanns erschöpft meldet, lieber wolle er die Schweine von ganz Sachsen hüten als ein solches Weib. Die nahe Beziehung des Kobolds zum Menschen kommt auch darin zum Ausdruck, dass man ihm menschliche Kosenamen wie Stoffel (Christoph), Chimke (Joachim), Bartel (Bartholomäus) usw. gibt. Meist bleibt der Kobold unsichtbar, so dass er sich nirgends und überall aufhalten kann. Seine bevorzugten Räumlichkeiten sind allerdings Stall, Küche und Keller, die Zentren der Hauswirtschaft. Neben seinen mannigfachen Dienstleistungen in Küche und Stall achtet er auf Mägde und Burschen. Faulheit, Nachlässigkeit oder Verstösse wie Stehlen, Fluchen, Trinken werden von ihm drastisch bestraft. In Gestalt, Aussehen und Tracht gleichen die Kobolde den Zwergen. Oft tragen sie rote Hütchen (man ruft sie deshalb auch manchmal Hütchen) und Stiefelchen. Das Gesicht des Kobolds wird allgemein als runzlig beschrieben, geziert von einem langen weissen Bart. Solange man den Kobold als heimlichen Gehilfen hat, geht die Arbeit leicht von der Hand und der materielle Wohlstand ist gesichert.
Für seine fleissigen Dienste erwartet der Kobold, dass man ihm ein Schälchen Milch bereitstellt. Vergisst man dies, nimmt das der Kobold ziemlich übel. Er tritt nicht nur in Streik, sondern treibt auch allerhand Schabernack, so dass Töpfe und Geschirr zu Bruche kommen oder das Essen verschüttet wird, wozu man den Kobold schadenfroh lachen hört. Des Kobolds Gutmütigkeit kann sich ohnehin leicht in Neckerei wandeln, die ihn zu einem polternden Plagegeist werden lässt. Ein gereizter Kobold kann gefährlich und böse werden. Er quält Mensch und Vieh, tauscht Kinder aus, sorgt dafür, dass die Milch der Kühe versiegt und zerstört Gegenstände. Will man den Kobold loswerden, so erweist sich dies als gar nicht so einfach. Selbst wenn man aus dem Haus zieht oder es gar abbrennt, sitzt auf der letzten Fuhre der Kobold und fährt mit.

 

 

 

 

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