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Der aus der griechischen
Mythologie bekannte Höllenhund, der jedermann in die Unterwelt einkehren
lässt, aber niemanden mehr zurück.
Wie es sich für einen Wächter der Hölle gehört, ist Kerberos von
abstossender Hässlichkeit. ln der Theogonie des Hesiod werden dem Höllenhund
sogar fünfzig Köpfe zugeschrieben. Später - möglicherweise um es den
bildenden Künstlern nicht gar so schwer zu machen - beliess man es bei drei
Köpfen. Ein englischer Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, Zachary Grey,
interpretierte die drei Köpfe als „die Vergangenheit, die Gegenwart und die
Zukunft, welche alle Dinge empfangen und, wenn man so sagen will,
verschlingen. Dass er (Kerberos) von Herakles bezwungen wurde, beweist, dass
die Heldentaten die Zeit besiegen und im Gedächtnis der Nachwelt erhalten
bleiben.“ Während Herakles den Höllenhund ührigens durch seine gewaltigen
Körperkräfte überwindet, besänftigt Orpheus ihn mit Gesang und Saitenspiel.
Nach Ovid verfügt Kerberos nicht nur über drei verschiedene Köpfe, er hat
auch drei verschiedene Schlünde und ein dreifaches Bellen. Später verglich
man die drei Kronen der Tiara des Papstes, der der Türhüter des Himmels ist,
mit den drei Köpfen des Hundes, der der Türhüter der Hölle ist. Bei Dante
wird der Höllenhund noch mit einem schmutzigen, schwarzen Bart und Händen
mit langen Krallen ausgestattet, die die Seelen der Verdammten zerreissen.
Man nimmt an, dass der Name Kerberos eine lautmalerische Wurzel hat und das
Knurren des bissigen Hundes wiedergeben sollte. Der Empfang, den Kerberos
den Ankömmlingen in der Hölle bot, war auch alles andere als freundlich.
Gemäss einer alten Überlieferung empfing der Höllenhund diejenigen, die die
Hölle betreten, mit seinem Schwanz, der eine Schlange ist. Die, welche unter
diesen Umständen die Flucht versuchten, wurden gleich verschlungen. Einem
späteren Text nach pflegte Kerberos alle Höllenanwärter zur Begrüssung zu
beissen. Um ihn zu besänftigen, legte man den Toten eine Honigspeise in den
Sarg.
Auch in der Skandinavischen Überlieferung gibt es einen furchterregenden
Hund, der das Haus der Toten bewacht. Er heisst Gamr, ist blutbesudelt und
hat zwar keine drei Köpfe, aber dafür vier Augen. Er wird mit den Göttern
kämpfen, wenn die Höllenwölfe den Mond und die Sonne verschlingen. Hier
klingt das Motiv des Fenriswolfes mit an.
Auch im Brahmaismus und Buddhismus gibt es die Vorstellung von Höllenhunden,
die Folterer der Seele sind. |