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Gelegentlich auch
„Bewahrer“ oder „Bewohner der Schwelle“ genannt, der das Tor zur geistigen
Welt bewachen soll.
Im allgemeinen wird unter dem Hüter der Schwelle das niedere Selbst, die
Gesamtsumme aller schlechten Gedanken und unreinen Begierden des Menschen
verstanden.
Nach einer ausreichenden geistigen Schulung soll es dem Menschen möglich
sein, dem Hüter der Schwelle zu begegnen. Da der Hüter der Schwelle aber
eine Wesenheit ist, die sich aus den negativen Eigenschaften des
betreffenden Menschen zusammensetzt, ist sein Anblick nicht gerade
erfreulich, weshalb der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt
übertreten will, die nötige Reife für eine solche Konfrontation braucht.
Sonst wird er vor dem Anblick des Hüters der Schwelle zurückschrecken, und
die Begegnung kann fatale Folgen für seine Psyche haben.
Nach Auffassung der Theosophin Helena Petrowna Blavatsky (1831-1891) können
sich hinter dem Hüter der Schwelle auch bösartige, astrale Doppelgänger von
Verstorbenen verbergen.
Der Gründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, hat den Begriff des Hüters
der Schwelle noch einmal unterteilt: In den kleinen Hüter der Schwelle und
in den grossen Hüter der Schwelle. Der kleine Hüter, den er auch
Doppelgänger nennt, soll sich nach Steiner sowohl aus den guten als aus den
schlechten Eigenschaften des dazugehörigen Menschen zusammensetzen. Sein
Anblick ist demnach nur bei vorwiegend schlechten Menschen grässlich. Hat
der Mensch die Begegnung mit dem kleinen Hüter der Schwelle bereits
bestanden, kann er, wenn er einen weiteren Schritt in seiner spirituellen
Entwicklung vollzogen hat, auch dem „grossen Hüter der Schwelle“ begegnen.
Dieser soll eine erhabene Lichtgestalt sein, die den Menschen dazu
auffordert, an seiner eigenen Vervollkommnung zu arbeiten, aber auch dazu,
die eigenen Kräfte für den Dienst an der Menschheit und die Erlösung aller
einzusetzen. |