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Der klassische Hausgeist
ist ein unsichtbarer kleiner Kobold, der die Gestalt eines kleinen Kindes
hat und gemeinsam mit den Menschen in einem Haus lebt.
Der Glaube an Hausgeister in bäuerlichen Anwesen, wo sich die
geheimnisvollen Mitbewohner in Keller, Scheune oder Stall verstecken können,
ist auch heute zum Teil noch lebendig.
Die Wurzeln dieses Glaubens sind alt und gehen vermutlich auf die
Vorstellung von Manen, Laren und Penaten zurück, die bei den Römern als
Ahnengeister galten und denen man den Herd weihte. Auch die bäuerlichen
Hausgeister, wie z.B. die jedermann bekannten Heinzelmännchen, helfen in der
Heimstatt und Hauswirtschaft mit. Wenn man sie erzürnt, können sie jedoch
sehr bösartig werden. Um sie möglichst wohlgesonnen zu stimmen, empfiehlt es
sich, die Hausgeister mit Milch zu nähren. Andere Geschenke sollte man
jedoch unterlassen, da sie missverstanden werden können. Macht man ihnen
nämlich ein unerwartetes Geschenk, wie z.B. ein Kleidungsstück oder Schuhe,
betrachten sie sich als ausbezahlt und verlassen für immer das Haus. Sie
selbst sind über diesen Schritt traurig, halten ihren Abschied jedoch für
unabdingbar, sei es, da sie sich in ihren neuen Kleidern nun zu fein für die
Arbeit dünken, oder weil sie beleidigt sind, da sie glauben, der Bauer fand
ihre alte Kleidung zu schäbig, oder weil es zu ihrem Ehrenkodex gehört, nur
umsonst zu dienen. Mit ihnen verlassen nicht selten auch Glück und Wohlstand
das Haus. |