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Gespenstischer Vogel, der
mit nächtlichem Gelächter und meckerndem Ruf den Tod ankündigt.
Die Habergeiss ist vor allem in Bayern und Österreich bekannt und hat im
Laufe der Zeit zunehmend die Rolle eines Kinderschrecks angenommen. Aufgrund
ihres meckernden Schreis, der an den Ruf der Nachtschwalbe (volkstümlich
Ziegenmelker) erinnert, sagt man, sie habe den Kopf einer Geiss. Mancherorts
wird auch behauptet, sie sauge den Ziegen nachts Blut aus.
Neben seinem Ziegenkopf verfügt der geheimnisvolle Vogel noch über drei
Beine. Die Vorstellung von Wesen mit drei Beinen, die als widernatürlich und
damit dämonisch empfunden werden, ist alt und kehrt häufiger wieder.
Möglicherweise spielt hier auch eine mystische Bedeutung der Zahl Drei
herein.
Die Habergeiss soll sich in den Wipfeln hoher Bäume schaukeln, man kann
ihrer nicht habhaft werden, zumal sie unverwunderbar ist. Letzteres macht
den unheilvollen Totenvogel noch suspekter und lässt den Verdacht aufkommen,
es könne sich um eine Erscheinungsform des Teufels handeln.
Früher wurde im Erntebrauch aus dem Stroh der letzten Garbe eine Figur
gebunden, die man ebenfalls Habergeiss nannte. Diese Strohhabergeiss stellte
man dann auf das als letztes im Jahr geerntete Feld, um die Säumnis des
Bauern anzuprangern. Im winterlichen Maskenbrauch Österreichs führen junge
Burschen die Habergeiss in Form eines hölzernen Ziegenkopfes mit und necken
damit die umstehenden Zuschauer.
Die Habergeiss begegnet uns unter dem Namen Klapperbock oder Schnabbuck in
ganz ähnlicher Form auch im norddeutschen Raum. |