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Japanisches Filmmonster,
das zum erstenmal 1954 auftauchte.
Es handelt sich dabei um ein riesiges, feuerspeiendes, dinosaurierartiges
Ungeheuer, das durch einen Wasserstoffbombentest aus seinem tiefen Schlaf im
Urschlamm des Meeres geweckt wird. Ganz offensichtlich ungehalten über eine
derartige Ruhestörung trampelt Godzilla daraufhin ganz Tokio nieder. Einmal
wach, war das gut ausgeschlafene Monster nicht mehr zu bremsen. Der 1954
gedrehte Streifen bildete nur den Auftakt zu mehr als einem Dutzend
japanischer Godzilla- bzw. Gojira-Filmen.
In der 1963 entstandenen Produktion King Kong gegen Godzilla trifft der
japanische Saurier auf seinen amerikanischen Monsterkollegen. Wie der Titel
bereits andeutet, verläuft das Rendezvous wenig freundschaftlich. Obgleich
die GodzillaStreifen nicht gerade feinste Filmkunst präsentieren, hat das
Monster aufgrund unleugbarer Trash-Qualitäten Kultstatus erreicht.
Da mochte denn auch Hollywood nicht länger zurückstehen. 1998 kam Roland
Emmrichs aktualisierte Ausgabe von Godzilla heraus: Ohne Vorwarnung brodelt
plötzlich das Wasser vor der Küste Manhattans und aus dem Meer steigt das
grosse Tier Godzilla. Es ist die monströse, riesenhafte Mutation einer
Echse, hervorgebracht durch die französischen Atombombentests im
Murorora-Atoll. Musste 1954 Tokio in Schutt und Asche versinken, so ist 44
Jahre später New York an der Reihe. Im Gegensatz zu den holprigen Filmtricks
der ersten Godzillastreifen lässt Emmrich eine virtuose
Special-Effects-Orgie vor unserem Auge erstehen - nur die psychische
Struktur seines Monstrums gewinnt dabei nicht unbedingt an Sublimität. Im
Gegenteil: Ist in den japanischen Filmen - die nebenbei auch den Schrecken
von Hiroshima beschwören - der Godzillafigur noch ein Hauch von Tragik
beigegeben, der anzurühren vermag, so spaltet sich bei Emmerich alles in das
Schwarz-Weiss-Schema Hollywoods auf: Wir sind die Guten, die anderen aber
sind die Bösen! |