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Monster, Dämonen, Gespenster, Geister
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Geister (Geistererscheinungen)

Sammelname für nichtmaterielle oder zumindest feinstofflich gedachte Wesen.
Geister sind weltweit auftretende Phänomene. Sie wurden im Laufe der Geschichte immer erwähnt, erscheinen in vielen verschiedenen Gestalten und Formen und aus einer Vielzahl von Gründen. Grundsätzlich lassen sich vier Hauptkategorien von Geistern ermitteln:

  1. Experimentiergeister. Das sind Geister von lebenden Menschen, die von ihren Besitzern ausgesandt wurden, um anderen Menschen an unterschiedlichen Orten zu erscheinen, oder aber eine noch lebende Person verwandelt sich vor den Augen anderer in eine Erscheinung.

  2. Krisengeister. Diese erscheinen ihren Angehörigen oder Verwandten, wenn die dazugehörige Person an einem entfernten Ort eine furchtbare Schicksalsprüfung zu durchlaufen hat und in Todesgefahr schwebt.

  3. „Post-mortem“ Geister. Sie erscheinen erst nach dem Tod der dazugehörigen Person, so dass sie nicht mit Krisengeistern zu verwechseln sind. Sie ähneln der wirklichen Person so sehr, dass die Betrachter oft einen tiefen Schock empfinden.

  4. „Echte“ Geister. Diese tauchen am häufigsten auf und werden auch von Menschen gesehen, die in keinerlei Verbindung zu ihnen stehen. Zeit spielt für die „echten“ Geister, die die klassischen Spukphänomene verursachen, keine Rolle. Sie können noch Jahrhunderte nach einem Todesfall oder einem Verbrechen erscheinen, oft sind sie jedoch an einen bestimmten Ort gebunden. Die „echten“ Geister nehmen im Volksglauben breiten Raum ein und haben eine bunte Vielgestalt entfaltet. Die Volkskunde kennt Haus-, Erd-, Luft- und -Wassergeister.

Freundliche Geister werden als Holde bezeichnet, während böse Geister Unholde genannt werden. Geister können feurig als Irrlichter, als Gerippe, als Tiere, als Schemen in Tiergestalt, oder auch als kopflose Geister auftauchen. Als akkustische Untermalung für ihren Auftritt wählen sie unheimliche Musik, Donner, Gepolter oder Klopfen. Bei Beschwörungen oder Zaubersprüchen versammeln sie sich an Kreuzwegen, unter Galgen oder auf Friedhöfen. Ihre bevorzugten Zeiten sind Mitternacht, der Advent, Weihnachten, die zwölf Rauhnächte, Karfreitag etc. Gebete, Weihrauch, das heilige Kreuz, aber vor allem Licht und Feuer sollen der Geisterabwehr dienen. Kinder und Jungfrauen sollen Geister von ihrem Dasein erlösen können. Kinder, die Allerseelen zur Welt gekommen sind oder in Steisslage geboren wurden, sollen die Gabe haben, Geister zu sehen. Oft müssen sich Geister mit Problemen auseinandersetzen, die ihre Wurzeln in ihrem vorhergehendem Leben haben. So sind schatzhütende Geister meist Geizhälse, die einst ihr Geld vergraben haben und nun im Grab keine Ruhe finden, bis jemand ihren Schatz geborgen hat. Auch hat es negative Nachwirkungen, wenn jemand zu Lebzeiten einen Grenzstein versetzt hat. Man sagt, böse Geister könnten guten Menschen nichts anhaben. Sobald das Morgenlicht dämmert oder der erste Hahn schreit, ist ihre nächtliche Macht gebrochen. Die katholische Kirche führt auch heute noch Exorzismen durch, um Geister oder Teufel auszutreiben.
Obgleich der Geist immateriell ist, ist der Glaube an Geistererscheinungen genauso verbreitet wie der Glaube an diese selbst. Ihr Erscheinen soll darauf beruhen, dass die Geister am Alltag der Lebenden teilhaben und zu manchen Zeiten einfach sichtbare Gestalt annehmen. Erscheint einem ein Geist, so soll man ihn fragen, was sein Begehr ist. Man soll jedoch vorsichtshalber gleich hinzufügen, dass man seinen Wunsch nur erfüllen kann, wenn dies im Rahmen des Möglichen ist.
Im Spiritismus und Okkultismus im 18., 19. und auch 20. Jahrhunderts haben Geister und Geistererscheinungen eine Renaissance erlebt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Seancen und Geisterbeschwörungen regelrecht in Mode. Zweck von Geisterbeschwörungen, die nach bestimmten Ritualen ablaufen, war meist der Wunsch, an dem Wissen Verstorbener, das auch prophetischer Art sein kann, teilzuhaben.
Die Methoden der Geisterbeschwörung waren und sind vielfältig. Sie reichen vom Tischrücken über Pendeln bis zur Verwendung von magischen Bleistiften. In jüngerer Zeit sind technische Hilfsmittel hinzugekommen, so z.B. Tonbandgeräte, um die angeblichen Stimmen von Dämonen oder Verstorbenen aufzuzeichnen. Früher wurden Geisterbefragungen nur nach einer Zeit des Fastens und geistiger Übungen vorgenommen, wobei auch verschiedene magische Zeichen, wie z.B. der Drudenfuss oder Zaubergeräte wie Stab, Zauberbuch, Wasser, ÖI oder Licht, ihre Verwendung fanden. Die günstigste Zeit für derartige Unternehmungen ist natürlich nachts, manchmal wird ein Zauberkreis gezogen, in dessen Mitte der Beschwörer steht. Um die Geister wieder loszuwerden, soll man die Beschwörungsformel rückwärts aufsagen.
Eine Sonderform der Geisterbeschwörung ist der kollektiv vollzogene Geistertanz, wie er besonders unter den nordamerikanischen Indianerstämmen verbreitet war. Es handelt sich dabei um eine Zeremonie zur Ehrung der Toten, damit sie die Lebenden nicht behelligen. Im Regelfall ist der Geistertanz ein geräuschvolles, farbiges und aufregendes Unternehmen, das die Geister erfreuen soll, aber ihnen gleichzeitig vor Augen führt, dass der Stamm viele tapfere Männer hat, die die Phantome angreifen werden, wenn sie es wagen sollten, Böses zu tun und sich in die Welt der Lebenden einzumischen. Die Indianer sind der Ansicht, dass die Geister geräuschvolle Wesen sind, weshalb sie sagen: „Die Schattenseelen der Toten zirpen wie Grillen.“ Auf ein lärmendes Auftreten von Geistern verweist auch die germanische Wurzel des Wortes, die soviel bedeutet wie „schreien, entsetzen“. Möglicherweise schreien aber auch diejenigen, die einen Geist zu sehen bekommen.
Mit dem Aufkommen der Fotografie wurde auch der Versuch unternommen, die Existenz von Geistern zu „dokumentieren“. Bei den so entstandenen „Geisterfotografien“ tritt der mit der Fotolinse gebannte Geist entweder als einzelstehende durchschimmernde Gestalt auf, oder - was noch häufiger der Fall ist - er ist zusammen mit einer oder mehreren lebenden Personen auf einem Bild zu sehen. Oft handelt es sich bei dem angeblichen Geist um einen verstorbenen Verwandten, der über den Köpfen seiner Angehörigen schwebt. Die frühesten Fotos dieser Art tauchten 1862 in Amerika auf, wo ein Mann namens William Mumler aus Boston Geisterfotografien aufgenommen haben wollte. Aus diesen bescheidenen (und betrügerischen) Anfängen entwickelte sich bald zu beiden Seiten des Atlantiks ein blühendes Geschäft.
Man darf behaupten, dass die Geistergestalten fast ausnahmslos mit Hilfe von Doppelbelichtung oder dem grosszügigen Gebrauch von Watte, die dem Ganzen den gewünschten Nebeleffekt verlieh, entstanden. Als die Möglichkeiten und Tricks der Kamera einem breiterem Publikum einsichtig wurden, verschwand das Genre der Geisterfotografien fast vollständig.

 

 

 

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