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Die Fliegen werden seit
Urzeiten als böse Dämonen oder Geschöpfe des Teufels gescholten.
Beelzebub gilt als Herr der Fliegen, und der hl. Bernhard von Clairvaux soll
über einen Fliegenschwarm einen Bannspruch ausgesprochen haben, was deren
sofortigen Tod zur Folge hatte.
Ursache für die negative Bewertung der Fliege ist ihre Verbindung mit
Schmutz, Krankheiten und Verwesung. Man nahm an, Krankheitsdämonen oder
Totengeister würden die Lebenden in Gestalt von Fliegen besuchen. Auch von
der Pest glaubte man, dass sie in der Gestalt einer Fliege in die Stadt
gekommen sei. In Russland war die Vorstellung verbreitet, Vampire könnten
sich in Fliegen verwandeln. Aus diesem Grund wurden Fliegen, die beim
Verbrennen eines vermuteten Vampirs die Feuerstätte umschwirrten, ebenfalls
mitverbrannt, um die „Infektionskette“ des Vampirs zu unterbrechen.
Umschwirrte eine Fliege einen Scheiterhaufen, vermutete man, dies sei der
Teufel, der gekommen war, die Seele der Hexe oder des Zauberers abzuholen.
Von dem römischen Kaiser Titus sagte man, als Strafe für die Zerstörung
Jerusalems sei ihm eine Fliege durch die Nase ins Gehirn gekrochen und habe
seinen Geist verwirrt. Andrerseits versuchte man Heilmittel aus zerstossenen
Fliegen zu gewinnen, und eine Mouche (künstlicher schwarzer Leberfleck in
Fliegenform) im Gesicht einer Rokkokodame machte sie erst zu einer beauté
diable. |