eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Monster, Dämonen, Gespenster, Geister
A  B  CD  EF  GH  IJK  LM  NOPQ  RS  TUV  WYZ
 

Femme fatale

„Einmal kommt ja die Frau“, schrieb der Dichter Klabund (1890-1928) an seinen Freund Hermann Hesse, „die uns unbewusst an allen anderen Frauen rächt und die uns radikal frisst. Mit Haut und Haaren, Leib und Seele. Auch nicht ein Seelenzipfelchen bleibt unverspeist.“
Die Vorstellung von ebenso schönen und verführerischen wie bösen und zerstörerischen Frauen ist alt. Sie reicht von Lilith, Adams erster Frau, bis zum auf Zelluloid gebannten Hollywoodvamp jüngster Tage. Sie können als Circe, Medusa, Sirene, Sphinx und Vampir erscheinen. Ihre Namen sind Helena, Judith, Salome oder Lorelei. Sie können den Typus der unschuldig grausamen Kindfrau annehmen, die oft ahnungslos, da sie seelischer Regungen nicht fähig ist, Verderben stiftet und Unglück über die Männer und die Menschheit hereinbrechen lässt, aber ebenso können sie bewusste Planerinnen des Bösen sein. So wie z.B. Lilith, der folgende Worte in den Mund gelegt wurden: „Ich werde den Mann seinem Weibe entfremden und mit meinen Zaubereien werde ich sie zurückstossen und ihr Böses antun ... Den Mann werde ich mit Eifer und Leidenschaft töten.“ Ihre Lebensfeindschaft offenbart Lilith auch in ihrem Hass auf kleine Kinder, die sie tötet, indem sie ihr Blut trinkt und ihnen das Mark aus den Knochen saugt. Oft sind diese zerstörerischen Frauen von dunkler Herkunft, und ihre Physiognomien umspielt ein geheimnisvoller Zauber.
Obwohl die verführerisch-zerstörerischen Frauen keine Schöpfungen der Romantik und des Viktorianismus sind, haben sie in dieser Ära die Vorstellungswelt der Bürger und Künstler besonders gefesselt. Unter dem Oberbegriff der Femme fatale werden alle diese anziehend-bösen Frauen vereinigt. Die Femme-fatale verkörpert sowohl ein wichtiges Motiv der Literatur als auch der bildenden Kunst des 19, Jahrhunderts. Ihre männerzerstörerische Verführungskraft offenbart sich in einer kalten, idolgleichen Schönheit, die aber mit allen Attributen der Weiblichkeit ausgestattet ist. Sie kann sich in einer lasziven, sinnlich anziehenden Passivität präsentieren, aber ebenso in einem aufreizenden Gebaren. Ihre Lockmittel sind ein üppig geschwungener Körper, nachlässig eingehüllt in glitzernde Stoffe, Schuppen und Schlangenhäute, endlos langes Haar und begehrlich verderbte Lippen.
Diesen Frauentypus, der alles will, alles zerstört, nichts gibt als Verderben, hat der Romantiker John Keats (1795-1821) in einem Gedicht treffend als „La Belle Dame sans Merci“ umschrieben. Sie zieht die Phantasie der Männer magnetisch an und erfüllt sie gleichzeitig mit Entsetzen. Sie ist der Gegenpol zur Tagfrau, zur Mutter, zur leberspendenden und lebenserhaltenden Ehegattin, die gut, reinlich und treu ihre Aufgaben erfüllt. Die Femme fatale hingegen ist asozial, sadistisch, nekrophil, vollkommen selbstbezogen. Sie ist Kurtisane, die Hure Babylon, sie ist eine Blut, Geld und Leben einsaugende Vampirin.
Die Femme fatale des 19. Jahrhunderts verkörpert die „köstlichste Sumpfblüte“ einer aus dem bürgerlichen Alltag verdrängten Sexualität. In der Kunstfigur der Femme fatale konnte der brave Bürger lüstern bestaunen, was ihm sonst versagt blieb oder was ihm allenfalls in der Unterwelt der Bordelle, Seemannsschenken und Grossstadtghettos begegnen konnte.
 

 

 

 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik