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Der Begriff Drude steht
für einen hexenhaften Nachtgeist, der sich auf die Brust der Schläfer setzt
und schweres Alpdrücken verursacht.
Man scheint darüber uneins zu sein, ob solche Heimsuchungen einer Drude ein
gewolltes und wissentliches Unternehmen sind. Mancherorts wird behauptet,
nur Hexen, die bereits ihr vierzigstes Lebensjahr erreicht hätten, besässen
die Macht, ihre Opfer willentlich mit solchen Alpträumen zu plagen.
Andernorts nimmt man an, es sei das unverschuldete Verhängnis einer
Schläferin, wenn sich ihre Seele nachts vom Körper löst, um andere Schläfer
heimzusuchen. Die Drude sucht sich übrigens nicht nur andere Menschen zum
drücken, sondern auch Tiere, manchmal sogar einen Baum. Im
österreichisch-ungarischen Raum glaubt man von der Drude, sie käme nicht nur
zum drücken, sondern würde den Schläfern, auch Kindern und Männern, Milch
aus der Brust saugen. Um die Wiederkehr einer Drude zu verhindern, empfiehlt
der Volksglaube einen Drudenfuss (Pentagramm) am Türrahmen, Fenster oder
über derer Bett anzubringen. Daneben gibt es das Drudenmesser, auf dessen
Klinge neun Halbmonde und Kreuze eingestanzt sind. Bringt man es nachts in
der Nähe seiner Schlafstatt an, wird sich die Drude daran schneiden.
Manchmal soll sich eine Drude auch daran zu erkennen geben, dass sie die
erste Person ist, die einem am kommenden Tag um Salz bittet.
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