eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Monster, Dämonen, Gespenster, Geister
A  B  CD  EF  GH  IJK  LM  NOPQ  RS  TUV  WYZ
 

Dracula

Beiname von Vlad Tepes, der historischen Bezugsperson von Bram Stokers (1847-1912) weltberühmtem Vampir-Roman Dracula (1897).
Der Name Dracula ist eine Verkleinerungsform von Dracul, von lateinisch draco = Drache abgeleitet, und bedeutet im rumänischen ebenfalls Drache, kann aber auch im Sinn von Teufel verwendet werden. Die Beigabe des Namens Dracula für Vlad Tepes hat einen historischen Hintergrund: Sein Vater, der ebenfalls den Namen Vlad trug, wurde 1431 vom deutschrömischen Kaiser Sigismund mit der Mitgliedschaft im Drachen-Orden geehrt. Er erhielt daher den Beinamen Dracul im Sinne von „der Drache“. Auf seinen Sohn wurde der Name in der Verkleinerungsform Dracula, „Sohn des Drachen“ übertragen. Es ist aber wahrscheinlich, dass aufgrund der gefürchteten Grausamkeit des jüngeren Vlad das Wort Dracula mehr die Bedeutung „Sohn des Teufels“ annahm. Nicht ohne einen gewissen Hintersinn ist es - denkt man an die stark erotische Ausstrahlung, mit der Stoker seinen Dracula ausgestattet hat - dass im rumänischen das phonetisch ähnlich klingende Wort „Dracula“ der Geliebte bedeutet. Teufel und Geliebter, beide Gestalten sind in Dracula enthalten und verleihen ihm Schrecken und Faszination.
Die Untaten des historischen Dracula haben seine Mitwelt und auch noch seine Nachwelt beschäftigt. Als allerdings Bram Stoker mit der Niederschrift seines grossen Vampirromans begann, war der Name Dracula bereits verblasst und nur noch den Rumänen geläufig. Dank Stoker ist er heute jedoch wieder in aller Munde. Nennenswerte Äusserungen Stokers zu seinem Dracula, wie etwa Angaben zu massgeblichen Quellen oder gar mögliche Interpretationsansätze, sind nicht überliefert. Ein frühes Interesse für den Okkultismus ist allerdings belegbar, so war Stoker Mitglied der Geheimloge „Golden Dawn in the Outer“, zu deren Mitgliedern u.a. auch Joris-Karl Huysmans und später Montague Summers zählten. Ein entscheidendes Moment zur Konzeption des Dracula bildete sicher Stokers Bekanntschaft mit dem renommierten ungarischen Orientalisten Arminius Vanbery im Jahre 1890. Von dem an der Budapester Universität tätigen Professor soll Stoker die Geschichte des Fürsten und Menschenpfählers Vlad Tepes, auch Dracula genannt, gehört haben. Noch im gleichen Jahr begann Stoker mit der Niederschrift seines Dracula, an der er insgesamt sieben Jahre arbeitete. Im Roman wird Vanberv namentlich erwähnt, so äussert Dr. van Helsing: „Mein Freund Arminius, der Professor für Geschichte an der Universität Budapest ist, hat mir einige Vermutungen über die Abstammung dieses Vampirs mitgeteilt.“
Doch nun zum Inhalt. Der junge Angestellte einer Londoner Immobilienfirma, Jonathan Harker, wird nach Transsilvanien entsandt, um mit dem Grafen Dracula den Kaufvertrag für ein altes herrschaftliches Anwesen in London abzuschliessen. Während seines Aufenthaltes auf Schloss Dracula wird ihm nach und nach klar, dass sein Gastgeber ein Vampir ist, der mit einem kleinen Harem aus drei lüsternen Vampirinnen zusammenlebt, und er selbst ein Gefangener des Grafen geworden ist. Dracula lässt Harker eingesperrt im Schloss zurück und reist per Schiff mit 50 Kisten Heimaterde nach England. Dort wird er bereits von einem früheren Opfer, dem mittlerweile geistesgestörten Renfield erwartet. Renfield, der sich in der Irrenanstalt von Dr. Seward mit Vorliebe von Fliegen und Spinnen ernährt, ist Dracula verfallen und nennt ihn den „Meister.“ Zu Draculas neuen Opfern zählen Lucy Westenra und später auch ihre Freundin Mina Murray, die Braut von Jonathan Hacker. Auch Lucy wird später eine Patientin des mit ihr befreundeten Dr. Seward. Da dieser sich jedoch in ihrem Fall überfordert fühlt, zieht er seinen holländischen Lehrer Professor Dr. Abraham van Helsing hinzu, einen Allroundwissenschaftler, der, mit okkulten Phänomenen vertraut, den Kampf mit Dracula aufnimmt, nachdem er an Lucys Hals Vampirbisse entdeckt hat. Aber Lucy ist nicht mehr zu retten und wird ebenfalls zu einem Vampirgeschöpf, das Nachts kleinen Kindern das Blut aussaugt. Unter van Helsings Anleitung wird ein Pfahl durch das Herz von Lucys Leichnam getrieben, der Kopf abgeschnitten und der Mund mit Knoblauch gefüllt. An dieser schauerlichen Zeremonie, die die Rettung von Lucys Seele bewirkt, haben teil: Dr. Seward, Lucys Verlobter Lord Arthur Holtmwood, dessen amerikanischer Freund Quincey Morris und der mittlerweile auf abenteuerliche Weise nach England zurückgekehrte Harker. Dann schliessen sich die Männer zu einer gemeinsamen Jagd auf Dracula zusammen und machen sich daran, die an mehreren Orten verteilten Erdkisten, in denen Dracula tagsüber Zuflucht findet, mittels geweihter Hostien für Vampire unzugänglich zu machen. Während sich auch bei Mina, unterdessen Harkers Frau, erste Symptome von Vampirismus zeigen, segelt Dracula in der letzten ihm verbliebenen Kiste nach Transsilvanien zurück. Seine Verfolger versuchen, ihm auf dem Landwege zuvorzukommen, stellen ihn und haben einen Kampf mit Zigeunern zu bestehen, die Dracula verteidigen. Dabei wird Morris getötet, aber den anderen gelingt es, Draculas Herz mit einem Pfahl zu durchbohren. Draculas Plan, England zu erobern und zum Vampirismus zu „bekehren“, ist damit gescheitert. Mit Draculas Tod gehen auch die an Mina ausgebildeten Vampirmerkmale zurück.
Der Roman Dracula ist von einer ungewöhnlichen Erzählstruktur. Stoker verzichtet gänzlich auf die übliche Erzählfigur und zerstückelt eine an sich durchgängig zusammengehörende Geschichte in Einzelteile, die allerdings fast nahtlos ineinandergreifen. So setzt sich der Roman nahezu ausschliesslich aus Tagebuchaufzeichnungen der Protagonisten sowie gelegentlichen Zeitungsmeldungen, Briefen, Memoranden und Telegrammen zusammen. Dieser dokumentenhafte Charakter vermag dem Werk eine pseudowissenschaftliche Authentizität zu verleihen. Es ist gerade diese „Wahrheitstreue“, die die Spannung ausserordentlich erhöht, vermittelt sie dem Leser doch den Eindruck, all das phantastische Grauen finde tatsächlich statt. Insbesondere der erste Teil des Romans, der die Reise Jonathan Harkers nach Transsilvanien und seinen wenig erfreulichen Aufenthalt auf dem Schloss des Grafen Dracula schildert, vermag vollkommen zu überzeugen, während die Qualität des Romans mit dem Auftreten des Vampirspezialisten van Helsing, einer Mischung aus Aufklärer und Geisterjäger, deutlich nachlässt. Doch trotz des sinkenden Niveaus kann man dem Werk als Ganzes seine Suggestionskraft kaum absprechen. Stoker ist es gelungen, alte und neue Vampirmythen geschickt miteinander zu verschmelzen.
Doch was für Intentionen hatte Stoker mit seinem Dracula? Wollte er nur einen erstklassigen Reisser verfassen, oder dachte er an ein tiefes, symbolträchtiges Meisterwerk? Im Grunde lassen sich hierüber nur Spekulationen anstellen, da Stoker keine speziellen Aufzeichnungen dazu hinterliess. Allgemein wird vermutet, dass er in seinem mit deutlich erotischen Anspielungen vollgeladenem Gruselklassiker unbewusst seine eigene Sexualmisere widerspiegelt. Seine Ehefrau Florence Balcombe bzw. Stoker, galt zwar als viktorianische Schönheit, aber auch als gefühlsarm und frigide. Stoker starb übrigens 1912 an der Syphilis, die er sich bei einem Seitensprung zugezogen hatte.
Eine weitere Theorie liefert Karsten Prüssmann in seinem Buch Die Dracula-Filme (1993): „Vom psychoanalytischen Standpunkt her wäre es auch einmal interessant zu hinterfragen, warum Stoker dem Gelehrten van Helsing ausgerechnet seinen eigenen Vornamen Abraham gab.“ Prüssmann vermutet, dass sich Stoker dadurch von seinem Brotgeber und „Meister“, dem seinerzeit bekanntesten Shakespeare-Darsteller Henry Irving, dem Stoker als Sekretär diente, befreien wollte. Höchstwahrscheinlich harre er sich bei der Gestaltung des Dracula von dessen ungeheurer Suggestionskraft mitinspirieren lassen. Doch die Gestalt Draculas wäre niemals zum Mythos aufgestiegen, wenn Stoker lediglich seine eigenen unbewussten Triebe in eine spannende Romanhandlung gefalzt hätte. Die Bedeutung des Romans liegt vielmehr darin, dass Stoker der symbolträchtigen Figur des Vampirs ihre adäquate Gestalt verliehen hat. Der Vampir verkörpert vieles: Sexualität, Machtgier, Schmarotzertum, Sucht, Verbrecherrum, Dämonie, aber auch den Traum vom ewigen Leben. All das vereinigt Dracula auf nahezu vorbildliche Weise in sich. Dank Stoker ist Dracula heute überall präsent: In der Literatur, im Film, im Theater, im Musical oder in der Werbung.

 

 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik