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Drache

Der Drache ist Bestandteil der kosmologischen und mythologischen Vorstellungen der ostmittelmeerischen und asiatischen Hochkulturen. Er entstammt ebenso dem antiken Mittelmeerreich wie der biblischen Welt und der Kultur des alten Orients. Drachen kommen in der Heldendichtung fast aller Völker vor. Nahezu jeder Held, der etwas auf sich hält, hat schon einmal einen Drachen erschlagen. So z.B. St.Georg, Dietrich von Bern oder Siegfried.
Der Drachenkampf steht oft am Anfang der Schöpfungsmythen, kann aber auch, wie etwa in der biblischen Apokalypse (12,7-9), die Endzeit symbolisieren.
Der Drache ist ein Mischwesen aus Echse und Vogel, manchmal spielt auch noch die Schlange mit hinein und möglicherweise auch eine geheimnisvolle Erinnerung an die Dinosaurier. Seine Vielgestaltigkeit befähigt den Drachen zu vielerlei Eigenschaften. Er kann in der Regel fliegen wie der Vogel (Flugdrache) - man stellt ihn oft mit Flügeln eines Raubvogels dar - und kriechen wie die Echse oder die Schlange (Wurmdrache, Lindwurm). Sein Körper soll Schuppen haben, worin er einem Krokodil ähnelt. Als Meer- oder Seedrache kann er natürlich schwimmen und mit seinem Schwanz Schiffe zum kentern bringen. Sowohl in der antiken Überlieferung als auch im Volksmärchen besitzt der Drache häufig mehrere Köpfe. Im Volksglauben überlebte der Drache als Stollenwurm oder Tazzelwurm bis in unser Jahrhundert als Schreckensbild. Vielerorts hielt man die Drachen für Unwetter oder Überflutungen verantwortlich. Die Verankerung des Drachen im Volksglauben ist zum Teil durch die vorwissenschaftliche bzw. frühwissenschaftliche Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts mitgeprägt. Damals wurden fossile Säugetierknochen als Reste und damit als Beweis für die Existenz von Drachen und Riesen gedeutet.
Bereits antike Schriftsteller hatten Drachen verschiedenster Art beschrieben, besonders den geflügelten Schlangendrachen. Über Plinius gelangte die Drachenvorstellung, vor allem durch gelehrte Mönche, in die Welt des Mittelalters, wo sie zum Teil in die christliche Überlieferung eingingen (St. Georg) oder in den Bestiarien naturwissenschaftlich dargestellt wurden. Ausserdem trugen im ausgehenden Mittelalter zahlreiche Augenzeugen und Erlebnisberichte von Drachen zu dem Mythos bei.
Die christliche Lehre sieht im Drachen eine Allegorie des Teufels. In der Apokalypse (12,9) besitzt er sieben Köpfe und zehn Hörner. Die Wurzeln des biblischen Drachenbildes gehen auf babylonische Mythen zurück. In der bildenden Kunst wurde der Teufel oft in Drachengestalt dargestellt. Besonders beliebt war das Motiv, wie er bei einem Exorzismus als Minidrache aus dem Körper eines Besessenen ausfährt.
Da der Drache ein fabelhaftes Ungeheuer von gewaltiger Kraft ist, wurde er auch gerne als Wappentier genutzt und war ausserdem ein verbreitetes Symbol kriegerischer Macht. Möglicherweise hatten die Germanen den Drachen als römisches Kohortenzeichen kennengelernt. Die Römer hingegen haben die Bezeichnung und die Gestalt des Drachen - wie so vieles andere - von den Griechen übernommen. Der Drache galt dabei von Anfang an als menschenverschlingendes, geflügeltes Ungeheuer, das das ganze Land in Schrecken versetzen kann. Wahrscheinlich ist auch das Motiv des Drachen als Schatzhüter antiken Ursprungs. Allgemein glaubte man, dass der Drache in Höhlen wohne und Feuer speien könne. Zudem galt sein Blut, und selbst sein Sperma als giftig. Die Berührung damit sollte töten können und Epidemien hervorrufen. Die umgekehrte Auffassung, dass Drachenblut hingegen unverwundbar macht, kommt nur in der Nibelungensage vor. Die etymologische Herkunft des Wortes Drache, von scharf blicken, lässt seine Funktion als Schatzhüter erkennen, deutet aber auch darauf hin, mit welch Argusaugen er seine möglichen Gegner verfolgt, was ihn mit der Rachsucht und dem bösen Blick verbindet.
Eine wesentlich positivere Bedeutung als in Europa besass der Drache im alten China. Im I Ging (Buch der Wandlungen) stellt der Drache im allgemeinen den Weisen dar. Zudem war der Drache jahrhundertelang kaiserliches Emblem. Der Thron des Kaisers hiess Drachenthron, sein Antlitz wurde Drachenantlitz genannt. Wenn der Kaiser starb, sagte man, er sei auf einem Drachen zum Firmament emporgestiegen. Die Vorstellung des chinesischen Volkes verbindet den Drachen mit den Wolken, mit dem Regen, den die Landbevölkerung ersehnt, und mit den grossen Flüssen. Eine übliche Redewendung, mir der man Regen bezeichnete lautet: „Die Erde vereinigt sich mit dem Drachen.“ Der chinesische Drache har Hörner, Klauen und Schuppen. Sein Rückgrat starrt von Stacheln. Er wird üblicherweise mit einer Perle dargestellt, die er entweder schluckt oder ausspuckt. In dieser Perle soll seine Macht liegen. Nimmt man sie ihm weg, so ist er unschädlich.

 

 

 

 

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