|
Schottischer Begriff für
eine verführerische Vampirin, die Jünglingen den Tod bringt.
Sie tritt, vor allem im Wald oder in der freien Natur, in der Gestalt eines
wunderhübschen, grün gekleideten Mädchens mit goldenen Locken auf, das
keinerlei Argwohn erweckt, aber ihr Opfer letztendlich bis zum letzten
Blutstropfen aussaugt. Die Farbe ihres Kleides weist sowohl auf ihre
Verbundenheit mit dem Wald und den darin umherziehenden Naturdämonen hin,
als auch auf Tod und Verführung, da die Farbe Grün in Verbindung mit schönen
Frauen von jeher als geheimnisvoll faszinierend, und unheilbringend zugleich
galt.
Eine der vielen Sagen, die sich um die Baobhan-sith ranken, erzählt von vier
Jägern, die in einer Waldlichtung übernachten. Da es kalt ist, versuchen sie
sich durch Gesang und Tanz aufzuwärmen. Bald tauchen vier zauberhaft schöne
Mädchen mit blonden Locken und grünen Kleidern aus dem Wald auf, um den
Jägersmännern Gesellschaft zu leisten. Diese reagieren ausgesprochen
erfreut, bis auf einen, dem die Sache unheimlich ist. Er verzichtet darauf,
mit den Mädchen zu tanzen, und übernachtet an einem weiter entfernt
liegenden Lagerplatz. Als er am nächsten Morgen zurückkommt, findet er seine
Kameraden bleich und tot daliegen. Die Baobhan-sith haben sie bis auf den
letzten Blutstropfen ausgesaugt. |