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Monster, Dämonen, Gespenster, Geister
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Ausserirdischer

Bei der unendlichen Fülle an Sternen im Kosmos ist mit einiger Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sich auch auf vielen anderen Himmelskörpern Lebewesen unterschiedlichster Art herausgebildet haben. Völlig unklar ist jedoch, in welcher Form dieses „Leben“ existiert. Die uns aus der Science-fiction wohlbekannten grünen Männchen und ähnliche Vorstellungen haben mit der Realität vermutlich wenig zu tun. Unwahrscheinlich ist auch, dass Ausserirdische bisher Kontakt mit unserer Erde aufgenommen haben, uns beobachten oder gar Landeversuche auf unserem Planeten unternommen haben.
In unserer Phantasie sind Ausserirdische jedoch schon lange angekommen. Sie sind nämlich keineswegs eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. So schrieb z.B. Cyrano de Bergerac bereits im 17. Jahrhundert den phantastisch-satirischen Roman: Lautre monde, ou les Etats et Empires de la Lune, in dem er von den Sitten und Gebräuchen der Mondmenschen berichtet.
Ein Jahrhundert später erzählte Voltaire in seiner Geschichte Mikromegas von den Bewohnern eines fernen Planeten, der den Fixstern Sirius umkreist.
Allerdings begegnete der Mensch in dieser frühen „Science fiction“-Literatur keinen fremden Wesen, sondern im Grunde altbekannten Mensch und Tierwesen, die zwar manchmal zu seltsamen Formen verändert sind, aber immer erkennbar bleiben und bekanntes menschliches Rollenverhalten aufweisen.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts, als der Mailänder Astronom Giovanni Schiaparelli die vermeintlichen „Marskanäle“ entdeckte, begann die Entstehung unserer neuzeitlichen Alien. Ein Pionier hierzu war H.G.Wells (1866-1946), der sich von Schiaparellis „Entdeckung“ hatte inspirieren lassen und seinen Bestseller Krieg der Welten schrieb, in dem Marsbewohner eine Erdinvasion vornehmen.
1938 fertigte Orson Welles eine derart realistisch aufgezogene Hörspielfassung davon an, dass es unter den Hörern zum Teil zu panikartigen Reaktionen kam.
Während des Kalten Krieges, als die Angst vor einem Weltkrieg besonders verbreitet war, trieb die Furcht vor Invasionen Ausserirdischer eine neue Blüte.
Einen originellen Aspekt zur Deutung der Ausserirdischen legte Erich von Däniken 1968 mit seinem Buch Erinnerungen an die Zukunft vor. Seiner Theorie nach sind Ausserirdische keine Horrorgestalten, sondern Götter, bzw. das, was die Menschen ursprünglich für Götter hielten. Für Däniken waren sie Entwicklungshelfer aus fernen Welten, die der menschlichen Evolution erst auf die Sprünge geholfen haben.
Damit sind wir auch gleich bei den beiden Grundtypen, in der sich uns die Ausserirdischen präsentieren: Entweder als positive Wesen, die Frieden und Entwicklung verheissen und dabei nicht selten die Position der alten Götter einnehmen, oder als negative Wesen, die Tod und Zerstörung bringen und nicht selten die Stellung der alten Dämonen besetzen.
In beiden Fällen wandert die Hoffnung auf bzw. das Grauen vor verborgenen irdischen oder transzendenten Welten in die geheimnisvolle Weite des Weltalls. Die Zauberkräfte der Geister werden auf Zauberkräfte Ausserirdischer bzw. auf deren technisches oder gattungsspezifisches Können übertragen. Die unbekannten und fremdartigen Mächte, von denen wir uns seit jeher umgeben fühlen, bleiben dabei im Kern weitgehend dieselben, bekommen jedoch ein zeitgemässeres Gewand und einen zeitgemässeren Standort.

 

 

 

 

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