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Der Antichrist soll am
Ende der Zeiten, vor der Wiederkunft Christi, als Gegenspieler Gottes
auftreten.
Nach einem alten Volksglauben wird er von einer jüdischen Hure zu Babylon
geboren. Wie ein böser Zwilling ähnelt sein Lebensweg dem von Jesus
Christus, auch er kann, wie der wahre Christus, Wunder wirken. Doch bei
seinem Versuch, sich den Zugang zum Himmel zu erzwingen, wird er in das
Innerste der Erde verbannt.
Das Wirken des Antichrist wird mit eindrucksvollen Worten von Irenäus,
Bischof von Lyon, prophezeit: „Er wird kommen mit der ganzen Macht des
Teufels, nicht als ein gerechter und in Unterwürfigkeit gegen Gott
rechtmässiger König, sondern als ein gottloser, ungerechter und
ungesetzlicher, als Abtrünniger, Missetäter und Mörder, als ein Räuber, der
den ganzen diabolischen Abfall von Gott in sich zusammenfasst. Die
Götzenbilder wird er beseitigen, um die Menschen zu überreden er selbst sei
Gott ... Er ist das aus dem Meer aufsteigende Tier der Apokalypse.“
Vielfach wurden Gegner des Christentums als Antichristen gedeutet, so z.B.
Kaiser Nero, Napoleon I, Friedrich II. und ironischerweise auch mancher
Papst selbst.
Die Gestalt des Antichristen ist immer eng mit Weltuntergangsvorstellungen
verbunden. Im ausgehenden Mittelalter waren volkstümliche Antichrist-Spiele
beliebt. |