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„Am traurigen Ufer des
Acheron“ (Dante), findet in der Odyssee die bewohnbare Erde ihr Ende. Im
griechischen Mythos war Acheron zunächst der Sohn der Erdgöttin Gaia.
Nachdem er aber die in den Himmel stürmenden Titanen immer mit Wasser
überschüttete, wurde er zur Strafe von Göttervater Zeus als schlammiger Fluß
in die Unterwelt verwiesen, die er seitdem durchströmt.
In einer späteren Überlieferung, die um 1150 von einem Mönch namens Marcus
unter dem Titel Visio Tundali vom Gälischen ins Lateinische übertragen
wurde, wird aus dem Höllenfluß Acheron ein lebendiger Höllenschlund. Dazu
beigetragen hat die Vision des irischen Edelmannes Tundal, der drei Tage und
drei Nächte lang als tot galt und während dieser Zeit von seinem Schutzengel
in die Gefilde des Jenseits geführt wurde. Während dieses Nahtoderlebnisses
sah er auch den schrecklichen Acheron.
Er beschreibt ihn als größer als einen Berg, ausgestattet mit lodernden
Augen und einem Schlund, der so groß ist, daß 9000 Menschen darin Platz
finden. Zwei Verdammte müssen den unersättlichen Mund des Ungeheuers
geöffnet halten. Der eine steht dabei aufrecht, der andere auf dem Kopf.
Drei Kehlen führen ins Innere, und aus allen dreien züngelt Feuer, das nie
erlischt. Aus dem Bauch des Ungeheuers, das nicht nur die Verdammten
beherbergt, sondern auch Hunde, Bären, Löwen und Schlangen, die nur darauf
warten, über die Neuankömmlinge herzufallen, dringt lautes Wehgeschrei.
Die Vorstellung, die Hölle könnte ein lebendiger Organismus sein, finden wir
auch bei dem Seher Emanuel Swedenborg. Er schrieb im Jahre 1758: „Es ist mir
nicht vergönnt gewesen, den allgemeinen Umriss der Hölle zu sehen, aber man
hat mir gesagt, dass, ebenso wie der Himmel die Gestalt eines Menschen hat,
die Hölle die Gestalt eines Dämonen habe.“
Heute steht der Begriff Acheron mehr oder weniger gleichbedeutend für Hölle. |