| Sphärenharmonie |
| Pythagoras dachte sich den Himmel als eine sich drehende Halbkugel. Auf die sieben Planeten (Mond, Merkur, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn und Venus) übertrug er die Intervalle der sieben Töne, um ein Gesetz für die Abstände und Entfernungen im Himmelsraum aufzustellen. Er nahm an, dass zwischen Erde und Mond ein Abstand von 126 000 Stadien bestünde. Die Nachfolger des Pythagoras, Nikomachos (2. Jahrhundert nach Christus) und Plinius der Ältere (23/24-79 n. Chr.) haben dieses Modell noch verfeinert. Die sieben Planeten wurden zu einer siebensaitigen Leier, einem „Musikinstrument Gottes“ (Censorinus, 3. Jahrhundert nach Christus), das den Lobgesang Gottes ertönen liess. Die Sphärenharmonie geriet im Mittelalter in Vergessenheit, bis sie Kepler neu entdeckte. Er fand sieben Urharmonien: Oktave, Quinte, Quarte, grosse Sexte, grosse und kleine Terz und kleine Sexte, indem er die Winkelgeschwindigkeit an dem Extrempunkt ihrer Ellipsen mass. Für ihn waren die Himmelsbewegungen eine fortwährende mehrstimmige Musik. Den Gesang der Planeten haben W. Ruff und J. Rogers (Yale University, USA) durch einen Synthesizer hörbar gemacht. |
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