| Neuplatonismus |
| Eine philosophische Richtung, welche die Lehren Platons unter Aufnahme von orientalischem und christlichem Gedankengut weiterbildet. Die Hauptvertreter dieser Lehre, die eine Art Religionsersatz bieten wollten, waren Plotin (203-269), Porphyrios (232-301) und Jamblichos (283-330). Grundlage des Neuplatonismus ist die Emanationslehre, nach der die Welt durch Ausströmen aus dem Einen (Gott) in einer Stufenordnung hervorgegangen ist. Der Mensch, dessen Seele einen „göttlichen Funken“ habe, müsse versuchen, aus der sinnlichen Welt in die übersinnliche Welt zurückzukehren, um seine göttliche Seele wieder mit Gott zu verschmelzen. Der Weg zu diesem Ziel führt über die sittliche Vervollkommnung und Befreiung der Seele vom Körper. Der Neuplatonismus, der die abendländische Philosophie nachhaltig beeinflusst hat, spielte seit seiner Wiederentdeckung im 15. Jahrhundert eine wichtige Rolle in der Esoterik, besonders wegen seiner Gemeinsamkeiten mit den östlichen Weisheitslehren. |
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