| Merkaba-Mystik, Gotteswagen |
| Eine Richtung in der jüdischen Mystik, die vom 1. Jahrhundert nach Christus bis ins 11. Jahrhundert bestand. Sie beruht auf dem 1. Kapitel des Buches Hesekiel, wo die ekstatische Schau des göttlichen Thronwagens (Merkaba) beschrieben wird. Die Erlebnisse des Mystikers auf seinem Weg durch die sieben Paläste (hebr.: Hekhaloth) zum Thron Gottes bilden den Inhalt der „Hekhalothliteratur“. Diese Tore können nur nach einer umständlichen Prozedur durchschritten werden, denn die Wächter verlangen die Kenntnis von geheimen Siegeln und Passworten. Am Ende sehen die „Jorde Merkaba“ die Gottheit (hebr.: Scha'ur Koma) in einer solchen menschlichen Gestalt, wie sie der Prophet Hesekiel sehen durfte. Die Masse dieser Gottheit übersteigen jede menschliche Vorstellung. Wegen dieser Übertreibungen hat man die gesamte Merkaba-Literatur als Lektüre für Kinder angesehen. Aber Ziel dieser mystischen Reise ist nicht allgemein Gott, sondern der höchste aller Engel, Metatron (griech.: „Der neben dem Thron Stehende“). Es ist niemand anders als der in den Himmel entrückte Henoch. Denn die Beschreibung der Himmelfahrt des Henoch stimmt in vielen Punkten mit der Reise der Merkaba-Mystiker überein. Religionsgeschichtlich kann man die Merkaba als eine Form der jüdischen Gnosis bezeichnen. |
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