| Gnosis, Wissen, Erkenntnis |
| Bezeichnung für eine spätantike Religionsbewegung, die im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus ihren Höhepunkt erreichte. Dafür kann auch der Begriff „Gnostizismus“ gebraucht werden, der aber von einigen Gelehrten für die gnostischen Systeme des 2. und 3. Jahrhunderts vorbehalten wird. Schon das Neue Testament (1. Tim. 6, 20) spricht warnend von den Lehrsätzen einer „falschen Gnosis“. Die Vertreter dieser Lehre nennen sich selbst „Gnostiker“. Die Lehren der Gnosis beinhalten:
Von dem umfangreichen gnostischen Schrifttum waren bis zu den umfangreichen Funden in Nag Hammadi abgesehen von einigen grösseren Stücken (Pistis Sophia) nur Fragmente bekannt. Das Gedankengut der Gnosis lebte weiter im Manichäismus, den Lehren der Katharer (Albigenser) und der Kabbala. Um 1022 gab es in Orleans eine gnostische Gruppe, welche die Sakramente ablehnte und die Sexualität als nicht sündhaft betrachtete. Die wichtigsten gnostischen Sekten sind:
Valentianer, benannt nach dem 160 n. Chr. verstorbenen Valentinus. Sie lehren, dass die drei Katastrophen (Schöpfung, Sündenfall und Erlösung) schon in der übersinnlichen Welt (Pleroma) vorgebildet sind.
Die Ophiten (griech.: „Schlangenanbeter“) behaupten, dass die Schlangen dem von Gott geschaffenen Menschen den Genuss der Früchte vom Baum der Erkenntnis ermöglichten, obwohl Gott aus Eifersucht ihnen dies verwehrte.
Die Marcioniten betonen besonders die strenge Askese. |
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