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Esoterik, Grenzwissen
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Freud, Sigmund

Österreichischer Arzt und Psychologe, der die Psychoanalyse begründete.

Zusammen mit dem Arzt Breuer beschäftigte sich Freud in Paris (1885) bei dem bekannten Psychiater Charcot mit Hysterie und Hypnose.

Ihre Forschungen veröffentlichten sie in einem gemeinsamen Buch mit dem Titel Studien über Hysterie (1895), in welchem sie den Nachweis erbrachten, dass durch Hypnose verdrängte seelische Konflikte, die dem Bewusstsein unzugänglich sind, wieder bewusstgemacht werden und durch Abreaktion beseitigt werden können.

Diese Erkenntnis entwickelte Freud selbständig in seiner Traumdeutung (1900) weiter.

Die Psychoanalyse geht davon aus, dass dem Unbewussten, über das das Bewusste nur als eine dünne Oberschicht auflagere, eine entscheidende Bedeutung zukommt. Der Königsweg in dieses Unbewusste führt über die Träume.

Die Aufgabe der Traumdeutung liegt für Freud darin, den verborgenen (latenten) Traumgedanken aus dem „Traumtext“ (manifester Trauminhalt) herauszuarbeiten, ihn aus dem Unterbewusstsein herauszugraben und ins Bewusstsein zu heben.

Diese zurückführende (reduktive) Methode der Traumanalyse stösst auf drei Schwierigkeiten:

  1. Der Traum arbeitet wie eine Zensur, durch die der latente Traumgedanke bis zu seiner Umsetzung zum manifesten Trauminhalt verstümmelt und entstellt wird.

  2. Die eigentliche Umsetzung erfolgt in Bildern und Symbolen (vorwiegend Sexualsymbolen).

  3. In einer Art sekundärer Bearbeitung wird den Träumen eine gewisse Einheitlichkeit verliehen.

Aus der Traumanalyse entwickelte Freud allgemeine Einsichten in die Triebstruktur des Menschen.

Die Triebenergie (oder Sexualenergien) werden bei der Überschreitung der Schwelle des Bewusstseins zensiert und werden ins Unbewusste zurückgewiesen („verdrängt“). Sie werden aber nicht vernichtet, sondern kehren als neurotische Störungen aller Art wieder und können so maskiert die Zensur überwinden. Aber auch als wissenschaftliche, künstlerische, religiöse und andere Kulturtendenzen („sublimiert“ von lat.: sublimare = „emporheben“) kehren sie in das Bewusstsein wieder zurück.

Wichtig für die Psychoanalyse ist die „Objektwahl“ der Libido (Sexualtrieb). Beim Kind ist das Objekt der Lustgewinnung der eigene Körper. Zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr wird die Mutter bzw. der Vater Sexualziel. Beim Sohn kommt es zu einer unbewussten Bindung an die Mutter („Ödipuskomplex“) unter Rivalitätsgefühlen gegen den Vater (bei den Mädchen umgekehrt).

Grundsätzlich gliedert sich ein Individuum nach Freud in ein Es, Ich und Über-Ich.

Das Es ist der Träger der Leidenschaften, Triebkräfte und die Zusammenfassung alles Unbewussten und Verdrängten.

Das Über-Ich ist eine Folge des Ödipuskomplexes und der Identifizierung mit seinem Vater, nachdem die unbewusste Bindung an die Mutter beseitigt wurde.

Das Ich ergibt sich aus dem Es und Über-Ich und enthält Vernunft und Besonnenheit. Darüber hinaus steuert es auch die Strebungen des Es, so dass dies keine Aktion ohne seine Genehmigung ausführen kann.

Die psychischen Störungen (Neurosen) sind Ausdruck eines innerseelischen Konfliktes, bei dem die Ich-Funktion vom Es oder Über-Ich bedroht wird. Die Lösung des Konfliktes bedeutet meist eine Flucht in die Krankheit.

 

 

 

 

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