| Fliegenpilz |
| Der Name „Fliegenpilz“ wird im Volksglauben von seiner Fähigkeit abgeleitet, Fliegen töten zu können. Wahrscheinlicher ist, dass der Name auf die von ihm hervorgerufenen Flugvisionen zurückgeht oder einfach sich auf die Fliegen bezieht, die als Zaubertiere gelten. Der Fliegenpilz enthält die psychoaktiven Stoffe Muscarin, Ibotensäure und Muscimol. Die beiden letzteren sind in den tödlichen Arten Amanita panthera, Amanita verna und Amanita phalloides in hohen Konzentrationen vorhanden. Der Fliegenpilz wurde von den Schamanen Sibiriens benutzt, um sich in ekstatischen Zustand zu versetzen. Die frühesten schriftlichen Berichte stammen aus dem 17. Jahrhundert. Wasson, der den psychoaktiven Pilzen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Religionen zuschreibt, vermutet, dass das Soma der alten Inder und das Haoma der Iraner mit dem Fliegenpilz identisch sind. Auch die geheimnisvolle Götterspeise der Griechen, Ambrosia und Nektar, werden mit dem Fliegenpilz in Verbindung gebracht. Zweifelhaft ist, ob die Wutanfälle der Berserker auf den Genuss dieses Pilzes zurückgehen. Ranke-Graves vermutet, dass der Fliegenpilz auch bei den Eleusinischen Mysterien benutzt wurde. Der geheimnisvolle Trunk bestand aus Minze, Wasser und gemahlener Gerste, deren griechischer Anfangsbuchstaben zu Myka, der Akkusativform des griechischen Wortes für Pilz, führen. Allegro glaubt, einen Geheimkult um den Fliegenpilz im Alten Orient entdeckt zu haben, auf den die grossen Weltreligionen des Orients zurückgehen. |
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