| Dürckheim, Karlfried Graf |
| Philosophieprofessor, Psychologe und Zen-Meister. 1948 gründete er mit seiner Frau in Todtmoos-Rütte (südlicher
Hochschwarzwald) ein Therapiezentrum, wo er die "Initiatische Therapie“ (von lat.: initiare = „einweihen“) entwickelte. Die Quellen dieser Therapie sind die Lehren von Meister Eckehart und des Zen. In Dürckheims Menschenbild wird die Unterscheidung von Leib und Seele im Begriff des personalen Subjekts aufgehoben, das in sich das göttliche Wesen aufnehmen soll. Diese Innewerdung des göttlichen oder überweltlichen Wesens (Transzendenz) könne durch geistige Übungen erreicht werden. Ein Mensch, der nicht nur an dieses göttliche Wesen in sich glaube, sondern es auch erfahre, verändere sein Bewusstsein und betrete den „initiatischen“ Weg. Voraussetzung sei aber, dass der Mensch ein anderes Lebensgefühl gewinnt, das durch den japanischen Begriff Hara umschrieben wird. Nur wer seinen Schwerpunkt in die Leibesmitte verlege, könne sich aus dem Bannkreis der raumzeitlichen Welt befreien und das transzendente, göttliche Wesen erfahren. In der Praxis setzt die Verknüpfung mit dem überweltlichen Wesen zunächst eine Beschäftigung mit verdrängten Teilen der Seele, den Schatten voraus. Weiterhin gehört dazu das „geführte Zeichnen“, bei dem der Patient mit geschlossenen Augen seine momentanen Einfälle aufzeichnet. Wichtig ist auch die Zazen-Meditation. Von seinen 16 Werken sind die wichtigsten: Übung des Leibes, Der Alltag als Übung, Zen und Wir, Vom doppelten Ursprung des Menschen, Hara. |
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