| Dee, John |
| Berühmter englischer Astrologe, Alchemist und Magier. Unter der Königin Maria I. wurde Dee der schwarzen Magie und Zauberei angeklagt und sollte als Ketzer abgeurteilt werden. Seine Situation änderte sich schlagartig, als nach dem Tod Marias Elisabeth I. den Thron bestieg. Dee wurde Hofastrologe und Berater der Königin. 1564 veröffentlichte er das Buch Monas Hieroglyphica, worin er mit Hilfe der Mathematik, Kabbala und Alchemie die gesamte Schöpfung auf eine Einheit von Kreis, Linie und Punkt zurückführte. 1582 machte er die Bekanntschaft des Apothekers Edward Kelley (eigentlich Talbot, 1555-1597) die für sein weiteres Leben entscheidend wurde. In dem von Ashmole aufgefundenen Manuskript des Buches Libri quinque mysteriorum („Fünf Bücher der Geheimnisse" fanden sich die Protokolle für die Zeit von 1581-1583 über spiritistische Sitzungen, die Dee mit Kelley als Medium zusammen ausführte. Kelley starrte in die berühmte Kristallkugel, fiel in einen Trancezustand und rief mit Hilfe einer Wachstafel, in die magische Zeichen und Symbole eingraviert waren, die Geister herbei. Diese Engel zeigten ihm auf 49 Zoll grossen Quadraten, welche die Buchstaben des Alphabets enthielten, bestimmte Buchstaben. Dee schrieb diese Buchstaben auf. Im Juni 1583 glaubten beide, mit zwei Geistwesen namens Madirni und Ave in Kontakt zu stehen. Letzterer vermittelte ihnen auf diese Weise Botschaften und Beschwörungen in einer völlig unbekannten Sprache (henochische Sprache), die ein ganzes magisches System (henochische Magie) bildeten. Dees Protokolle wurden von Ashmole kopiert, der sie an Meric Casaubon weitergab, und dieser liess sie schliesslich in seinem Werk A True and Faithful Relation of what passed for many Years between Dr. John Dee and some Spirits (1659) drucken. Einen Neudruck gab J. O. Halliwell 1852 unter dem Titel Private Diary of Dr. John Dee heraus. Diese Aufzeichnungen studierten Mathers und andere führende Mitglieder des Golden-Dawn-Ordens und kombinierten Dees „henochische Magie“ mit anderen Aspekten der westlichen und östlichen Magie, besonders aber der Geomantie. Schwierigkeiten mit seinen Feinden veranlassten Dee, England fluchtartig zu verlassen und sich zeitweise (1584-85) nach Krakau und an den Hof des deutschen Kaisers Rudolf II. nach Prag zu begeben, der sich als Schirmherr der Magier und Alchemisten seiner Zeit betrachtete. Dee gelang es jedoch nicht, den Kaiser von seinen Offenbarungen und der Reformation der religiösen Vorstellungen zu überzeugen. Auf Betreiben des päpstlichen Nuntius, der ihn der schwarzen Magie verdächtigte, musste er Prag wieder verlassen. Nach seiner Trennung von Kelley und Rückkehr nach England (1588-89) war er Präfekt des Manchester College. |
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