| Dämonologie, christliche |
| Nach AT (1. Mosis 6,1-4) sind die Dämonen „die Söhne Gottes“, gefallene Engel, die sich mit den Töchtern der Menschen vermischt hatten und von Gott verstossen wurden. Dies geschah auf Anstiften des Teufels, der auf diese Weise mit göttlicher Zustimmung das Haupt eines grossen Reiches geworden war. Im NT sind die Dämonen böse Geister, die von einem Menschen Besitz ergreifen und die Ursache von körperlichen Gebrechen und Krankheiten sind. Einige der grössten Wunder Jesu sind mit der Austreibung von Dämonen verbunden. Die Macht, Dämonen auszutreiben, übertrug Jesus (Mark. 3, 15, Luk. 9, 1) auf seine Jünger. Die Grundlagen der christlichen Dämonologie legte Augustinus, der, beeinflusst vom Manichäismus, die Lehre von den zwei Reichen aufstellte. Nämlich die civitas Dei (Gottesreich) und die civitas Diaboli (Dämonenreich). Die Dämonen sind Luftkörper (corpus aerium), die eine grosse Sinnesschärfe und Schnelligkeit besitzen. Da sie eine lange Lebensdauer haben, verfügen sie über eine viel grössere Erfahrung als die Menschen. Sie können deshalb die Zukunft vorhersagen und Wunder vollbringen. Sie besitzen namentlich das Vermögen, Menschen zu schlechten Taten (Malefizien) anzuregen und können Unwetter, Missernten etc. auf deren Verlangen erzeugen. Ihr Luftkörper ermöglicht es ihnen, in den Körper der Menschen im wachenden oder schlafenden Zustand einzudringen. |
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