| Chassidismus, der Fromme |
| Bezeichnung für religiöse Strömungen im Judentum.
Nach Martin Buber, der den Chassidismus erforschte, lassen sich die Hauptlehren folgendermassen zusammenfassen: Gott ist in jedem Ding zu schauen und durch jede reine Tat zu erreichen. Kein Ding kann ohne einen göttlichen Funken in sich bestehen, und die Aufgabe des Chassidim liegt darin, diesen Funken zu jeder Zeit und durch jede Handlung zu entdecken und zu erlösen. Gott soll mit dem ganzen Alltag, mit dem Leben gedient werden, und das Weltliche soll geheiligt werden. Es ist die Aufgabe der Chassidim - die auch Zaddikim (Gerechte) genannt wurden -, Vermittler zwischen Gott und Mensch zu sein. Alle Äusserungen eines Zaddik haben einen geheimen Sinn. Quelle dieser Lehre sind die kabbalistische Mystik von Lurja. Originell am Chassidismus sind vor allem die optimistische Lebensauffassung und die Ablehnung übertriebener Askese. Das orthodoxe Judentum war Gegner des Chassidismus. Eine Erneuerung strebte im 19. Jahrhundert der Zionismus und in unserem Jahrhundert Martin Buber an. Durch den Nationalsozialismus ist der Chassidismus in Osteuropa fast völlig ausgerottet worden. Die Aussprüche und Legenden, die vielfach in Jiddisch abgefasst sind, wurden in den 20er Jahren von Chajim Bloch in seinen Chassidischen Geschichten gesammelt. |
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