| Charcot, Jean Martin |
| Französischer Psychiater und Hypnotiseur, der wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet der Pathologie des Nervensystems machte. Der Verlauf der Hysterie, die ähnlich wie die mittelalterlichen Besessenheitsepidemien in dieser Zeit ein weitverbreitetes Leiden war, wurde von ihm in vier Stadien eingeteilt: epileptoide Verrenkungen und Zuckungen, wütende Posse, leidenschaftliche Gebärde und Beruhigung. In seinem Werk Die Besessenen in der Kunst (deutsche Übersetzung 1988) versucht Charcot den Nachweis zu erbringen, dass seine Beschreibung der Hysterie unbewusst schon in früheren Jahrhunderten bei der Darstellung von Besessenen bekannt war. Charcot, dessen berühmtester Schüler Freud war, ebnete den Weg für eine psychogene Sicht aller Neurosen. Denn bei der Vorstellung von Hysterikern (Hysterie ist abgeleitet von griechisch hysteros = „Gebärmutter“) pflegte er zu bemerken: „Doch immer handelt es sich um eine genitale Angelegenheit.“ |
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