| Carus, Carl Gustav |
| Naturforscher, Arzt und Maler, der mit Goethe befreundet war. In seiner Jugend beschäftigte er sich intensiv mit Mesmerismus, und er war einer der ersten, der die Bedeutung des Unbewussten erkannte. Der Schlüssel zur Erkenntnis des bewussten Seelenlebens liege in der Region des Unbewussten Die Tätigkeit des Bewusstseins steige immer von neuem aus dem Unbewussten hervor und sinkt wieder in das Unbewusste hinab. Dabei werde das bewusst Gewesene mitgenommen. Zugleich vollzögen sich auch Wandlungen im Unbewussten, die, wenn sie wirksam geworden sind, dem Bewusstsein einen anderen Charakter geben. Auf diese Weise könne ein Wesen verändert werden, was sich an den Gesichtszügen ablesen lasse. Traumbilder sind für ihn poetische Symbole, und die Traumpoesie ist für ihn rational erklärbar, da das Unbewusste Bindeglied zur Welt ist. Im Traum nehme der Mensch teil an der Unermesslichkeit des Ganzen, das ihm über Symbole erscheine. Hellsehen ist für Carus nur ein traumartiges Erkennen. Ekstase und andere Formen der Verzückung entstünden durch Untertauchen in das Unbewusste. Werke: Psyche (1846), Über Lebensmagnetismus (1857), Organon der Erkenntnis der Natur und des Geistes (1856) |
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