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Bahir, Buch

Eines der ältesten und zugleich wichtigsten Werke der Kabbala (das Wort wird nicht benutzt), das um 1176 in Südfrankreich entstanden ist (erstmalig gedruckt 1651 in Amsterdam).

In der kabbalistischen Tradition wird dieses Buch Rabbi Nehuniah ben HaKana, einem Talmudlehrer des 1. Jahrhunderts vor Christus, zugeschrieben. Der Grund liegt darin, dass der Text mit seinem Namen beginnt. Der Text, der nur fragmentarisch erhalten ist und eine verwilderte Sprache aufweist, hat die literarische Form eines Midrasch, d.h. einer Sammlung von Aussprüchen oder kurzen Vorträgen im Anschluss an Bibelverse, insbesondere solche, die sich mit Kosmologie und Kosmogonie beschäftigen. Die Gedankenführung ist assoziativ. Ein eben zitierter Bibelvers wird aufgegriffen und zum Gegenstand einer Erörterung gemacht. Mystische Gleichnisse (über 50) nehmen einen wichtigen Platz ein. Der Grundgedanke des Bahir Buchs ist die Merkabamystik in ihrer gnostischen Weiterentwicklung. Gott hat als erste Wirklichkeit das Pleroma (griech.: "Fülle"), den Weltenbaum, geschaffen, der das Universum darstellt. Es ist gleichsam die obere Welt, die von den Kräften Gottes gebildet wird. Ihre Früchte, die Seelen der Gerechten, steigen von hier in die untere Welt ab.

  

 

 

 

 

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