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Hexenwesen, Hexerei, Magie
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Würzburg, Hexen von

Das Bistum Würzburg erlebte zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts einige der schlimmsten Grausamkeiten, die in der Zeit des Hexenwahns in Deutschland verübt wurden. Die Hexenjagden, die den Geschehnissen in Bamberg vergleichbar waren, forderten Hunderte Menschenleben; unter den Opfern waren auch sehr vornehme und geachtete Bürger. Unter der Herrschaft des Fürstbischofs Philipp von Ehrenberg wurden in ganz Würzburg in einem Holocaust, der von den Jesuiten eingeleitet und im wesentlichen auch weitergeführt wurde, in der Zeit zwischen 1623 und 1633 rund neunhundert Hexen umgebracht.
Der Kanzler von Würzburg schrieb 1629 an einen Freund und gab in seinem Brief einen bildhaften Bericht über die Schrecken, die sich über das Bistum ausgebreitet hatten:

Dieses Weh und Elend! Es sind noch vierhundert beiderlei Geschlechts in der Stadt, von hohem und niederem Rang, selbst Geistliche, so schwer beschuldigt worden, dass sie jede Minute verhaftet werden können ... Mit einem Wort, es ist sicher ein Drittel der Stadt hierin verwickelt. Die Reichsten, Anziehendsten, Hervorragendsten der Geistlichkeit sind schon hingerichtet. Vor einer Woche wurde ein Mädchen von neunzehn Jahren verbrannt, von dem man überall sagt, dass es das schönste in der ganzen Stadt gewesen sei, und das allgemein als ein Mädchen von aussergewöhnlicher Bescheidenheit und Tugend galt. In sieben oder acht Tagen werden ihr weitere von den besten und anziehendsten Leuten folgen ... Um diese schreckliche Sache zu beenden - da sind dreihundert Kinder von drei oder vier Jahren, die mit dem Teufel gebuhlt haben sollen. Ich habe Kinder von sieben Jahren gewaltsam sterben sehen, und tapfere Schüler von zehn, zwölf, vier-zehn und fünfzehn Jahren ...
Zur gleichen Zeit, da er diese Tragödien aufschrieb, verkörperte der Kanzler jedoch auch die Meinung seiner Zeit, als er in einem Nachsatz Einzelheiten über die neuesten Gerüchte von grossen Hexensabbaten hinzufügt, die in der Nähe stattfinden und an denen achttausend Hexen teilnehmen sollten. Er berichtete, dass die Namen der Schuldigen auf dem Sabbat alle von einem Notar aufgezeichnet worden seien, und dass er hoffe, das Buch würde gefunden - ,jedermann sucht eifrig danach".
Die Hexenpanik in Würzburg legte sich erst, als Ernst von Ehrenberg, der einzige Erbe des Fürstbischofs, von den Jesuiten der Hexerei beschuldigt und nach einem Geheimprozess und dem Urteilsspruch - den man selbst vor dem Angeklagten geheimhielt - hingerichtet wurde. Von seiner wahren Situation erfuhr der junge Mann erst am Morgen seiner Hinrichtung, als er direkt in die Folterkammer geführt und nach einem kurzen Kampf getötet wurde. Der Fürstbischof, der letzte Gnadengesuche abgelehnt hatte, schien seine Entscheidung später bereut zu haben, und die allgemeine Atmosphäre begann sich unter seinem mässigenden Einfluss zu verändern. Dennoch bleibt der Name Ehrenberg einer der schrecklichsten in der gesamten Geschichte des Hexenwahns. Die Ankunft der schwedischen Armee lenkte die Obrigkeit schliesslich von der Fortsetzung ihrer unheilvollen Hexenjagden ab.

 

 

 

 

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